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Im Test: Geologger Sony GPS-CS3KA

Ein vielbeachteter Logger in der Geotagger Szene ist das neueste Sony Modell zum nachträglichen georeferenzieren von Fotos und Videos. Der Sony GPS-CS3KA. Im Test muss der Logger zeigen, ob er die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann.

Geliefert wird der Sony GPS-CS3KA in einer aufwändigen Kartonverpackung mit weiteren Informationen im aufklappbaren Innenteil. Zum Lieferumfang gehören neben dem Logger eine Tasche, ein Mini-USB Kabel, eine CD mit Software und mehrere Bedienungsanleitungen.

Sony GPS-CS3 KA Geologger:

Lieferumfang GPS-CS3 KA
Lieferumfang GPS-CS3 KA

Zum Betrieb wird lediglich eine Mignon Zelle benötigt. Das ist an sich schon hervorragend, da dieser Typ quasi als Standardausstattung von Fotografen (Blitz) gilt. Auch ist bemerkenswert, wie lange der Logger mit einer Batterie durchhält: Rund 14 Stunden!

Nach dem ersten einschalten gelangt man direkt zur Einstellung der Zeitzone. Das ist wichtig, da später keine Zeitanpassung möglich ist. Die Zeitzone kann in 15 Minuten Schritten geändert werden.

Das interne Menü ist logisch aufgebaut und über die 4 Tasten leicht zu bedienen. Hauptmenü besteht aus drei Punkten: GPS, Matching und Tools.

Bei GPS werden Informationen zum aktuellen Empfangsstatus angezeigt. Eine Übersicht mit Qualitätsbalken, eine genaue Anzeige der Position und die aktuelle Uhrzeit. Letzteres ist wichtig für das Einstellen der Kamerazeit oder den Abgleich nach der Zeitmethode von Seite 20 des Geotagging-Buches.

Im Abschnitt Tools kann die Zeitzone verändert, Einstellungen vorgenommen oder der Speicher gelöscht werden.

Es stehen zwei Arten von Matching (dem internen Geotagging) zur Verfügung. Normal und Quick. Bei Quick steht anschließend keine Rückgängig Option zur Verfügung. Ansonsten sind beide Methoden identisch.

Unter dem Deckel befindet sich ein kleiner Metallkaken an dem beispielsweise ein Schlüsselband befestigt werden kann um den Logger um den Hals zu tragen.

Sobald der Logspeicher zu neige geht wird dies dem Nutzer über eine Meldung auf dem Display mitgeteilt. Gelöscht (formatiert) wird der Logger über eine Funktion im Tools Menü.

Technische Daten CS3KA

  • Größe: 57 mm x 80 mm x 23 mm
  • Gewicht (betriebsbereit): 94g
  • Stromversorgung: 1x Mignon (AA) Batterie oder Akku
  • Display: Ja; monochrom, beleuchtet
  • Logspeicher: intern (128MB)
  • Logintervall: fest alle ca. 15 s
  • Wegpunkttaste: nein
  • Kartenfach: Ja; SD/SDHC; Memory Stick Duo; Andere SD und MS Formate per Adapter
  • Betriebstemperatur: 0°C bis 40°C

Logging und internes Geotagging:

Zum Start der Aufzeichnung ist das Gerät lediglich durch gedrückt halten der Ein/Aus Taste einzuschalten. Sobald eine Position bestimmt ist, beginnt die Aufzeichnung. Normalerweise im 15 Sekunden Rhythmus. Ich hatte aber auch schon zwei Punkte im Abstand von 10 sec. Sofern kein Empfang besteht, weitet sich das Logintervall aus.

CS3 Geologger offen
CS3 Geologger offen

Nach der Aufzeichnung der Fototour kann die verwendete Speicherkarte, sofern es sich um eine SD Karte oder um einen Memory Stick Duo handelt, direkt ins Gerät eingelegt werden. Dazu den Rückdeckel etwas nach unten schieben und hochklappen.

Nach dem Schließen des Deckels das Taggen der Bilder im Menü Matching starten. Eine Korrektur des Unterschiedes zwischen GPS Zeit und Kamerazeit ist nicht möglich. Deshalb ist es extrem wichtig, die Uhrzeit der Kamera vor dem fotografieren genau einzustellen. Sofern die Kamera eine Einstellung der Sekunden nicht zulässt, kann sich dies schwierig gestalten.
Beim Matching ist zu beachten, dass maximal 60 Bilder auf einen Schwung bearbeitet werden können. Sollten mehr Bilder auf der Karte sein, muss der Vorgang so oft gestartet werden, bis alle Bilder mit Geokoordinaten versehen sind.

Wessen Kamera nicht über eine SD oder MS Karte verfügt und der trotzdem seine Bilder direkt im Logger taggen möchte, kann die gesamte Karte auf eine SD Karte kopieren und dann im Logger verarbeiten. Getestet habe ich dies mit Fotos einer Olympus C5060W, welche auf CF Karte aufzeichnet.

Beim betrachten der geschriebenen Exif-Daten mit GeoSetter fällt auf, dass ExifTool einige kleine Warnungen meldet:

ExifTool Fehlermeldung
ExifTool Fehlermeldung

Ob das ein Problem, möglicherweise im Zusammenspiel mit anderen Software-Anwendungen darstellt muss jeder in seinem Workflow testen.
Ansonsten sind die reinen GPS Daten ohne Zusatzinformationen in den passenden Exif-Feldern hinterlegt.

Software GPS Image Tracker

Mitgeliefert wird die GPS Software Image Tracker auf CD. Mit Hilfe dieser Software können auch RAW Daten verarbeitet werden. Zumindest dann, wenn die Bilder mit einer der angegebenen Sony Kameras aufgenommen wurden. Auch für Videos aus Sony Kameras ist geotagging möglich. Beides konnte ich nicht testen, da ich weder eine Sony Digitalkamera noch eine Sony Videokamera besitze.

GPS Image Tracker Software
GPS Image Tracker Software

Ansonsten glänzt diese Software nicht gerade mit großem Funktionsumfang. Links eine Karte mit dem aufgezeichneten Track, rechts die Bilder welche per Drag&Drop ins Programm kommen.

Die Wichtigsten Einstellungen verbergen sich hinter der Schaltfläche „Korrekturen“:

Korrektur des Orts
Hier kann die Differenz zwischen der GPS Zeit und der Kamerauhr eingegeben werden. Die Differenz muss allerdings selbst errechnet werden und kann dann Sekundengenau eingestellt werden. Maximale Korrekturgröße sind ±5 Minuten.

Korrektur des Orts
Korrektur des Orts

Zeitanpassung
Einstellen der verwendeten Zeitzone

Zeitanpassung
Zeitanpassung

Sobald die Zuordnung über „Positionsdaten zu Dateien hinzufügen“ gestartet wurde, fragt die Software noch zweimal nach:

Positionsdaten hinzufügen
Positionsdaten hinzufügen
Sicherheitswarnung
Sicherheitswarnung

Sofern beide Fragen positiv beantwortet sind, startet der Geotagging Prozess. Währenddessen wird auch das Dateidatum auf die aktuelle Uhrzeit geändert. Aufnahmezeit und Dateizeit stimmen somit nicht mehr überein.

Die Überprüfung der geschriebenen Exif-Daten mit ExifTool ergab eine kleine Warnung:

ExifTool Warnung
ExifTool Warnung

Geotagging mit GeoSetter

Der Sony CS3KA speichert das Tracklog als NMEA Datenstream. Dadurch ist es möglich die weseltlich komfortablere und funktionsreichere GeoSetter Software einzusetzen. Die Logdaten können ohne Software zu installieren auf den PC gezogen werden. Der Logger meldet sich als USB Massenspeicher am PC. Danach können die Tracks in einer beliebigen Software verwendet werden.

Testrunde:

Auf dem Weg zum Startplatz im Valentinspark hatte der Logger sehr schnell Satellitenkontakt. Die Anzeige der Signalstärke ist hier sehr hilfreich. Während der Fahrt lag der Logger in der mitgelieferten Tasche in der Fahrrad-Lenkertasche. Durch das Sichtfenster der Tasche kann das Display nur schwer abgelesen werden. Die HOLD Funktion war aktiviert um versehentliche Bedienung des Loggers auszuschließen.

Der Sony Track ist in roter Farbe, der Vergleichstrack vom Garmin GPSmap 60CSx in blauer Farbe eingezeichnet.

Fazit Sony GPS-CS3KA

Bedienung des Loggers ist gut. Speicher ordentlich groß dimensioniert. Ein Highlight ist der Betrieb mit nur einer Standard Mignon Batterie. Und das über einen ganzen Fototag hinweg. Auch das Display und der GPS Empfang sind ordentlich. Leider ist das Gerät mit rund 140 € sehr teuer für einen reinen Datenlogger. Etwas mehr ausgeben und man bekommt ein Outdoor Navigerät (z.B. Garmin Vista HCx) mit viel mehr Möglichkeiten. Die beigelegte Software kann das indirekte Geotagging nur rudimentär und nicht sonderlich komfortabel. RAW Daten können leider nur von Sony Kameras verarbeitet werden. In den Softwaredisziplinen schlägt sich GeoSetter deutlich besser. Empfehlung nur für Sony-Markentreue Nutzer. Alle anderen sind mit einem einfachen Logger besser – und günstiger – bedient.


Das gefällt mir gut:
  • Eine Mignon Batterie reicht für einen Tag Tracking
  • ordentlich großer Logspeicher
  • Logdaten (NMEA) können auch ohne Spezialsoftware auf den Computer übertragen werden.
  • Übersichtliches Display und Menü

Das gefällt mir nicht so gut:
  • Logintervall nicht veränderbar
  • Funktionsschwache beigelegte Software
  • Nicht fehlerfrei geschriebene Exif-Daten
  • RAW Daten können nur von Sony Kameras bearbeitet werden
  • Sehr teuer

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