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Im Test: Bluetooth GPS Empfänger AK-4N für Nikon DSLR [Update]

Mit dem kompakten Bluetooth Empfänger von Aokatec geht Kamerainternes Geotagging ganz ohne Kabel. Zusammen mit einem Bluetooth GPS Empfänger trat das Modul an der Nikon D300 zum Test an.

AK-4N an der Nikon D300
AK-4N an der Nikon D300

Über den 10-pin Anschluss lassen sich an den Nikon Kameras D200, D300( s ), D700, D2x, D2xs, D2Hs, D3 und D3x sowie der Fuji S5Pro GPS Empfänger anschließen. Damit ist internes Geocoding bei „richtigen“ Kameras möglich. Nicht nur wie bei bisherigen Tests bei Fotohandys.

Die von Nikon angebotenen Lösungen (MC-35 oder GP-1) sind kabelbasiert und daher nicht wirklich handlich in der Nutzung. Besonders mit dem MC-35 Adapterkabel artet das schnell in ein Kabelgewirr aus.

Aokatec will es hier besser machen. Die Verbindung zum GPS Empfänger wird mit Bluetooth hergestellt. Das an die Kamera anzuschließende AK-4N Modul ist klein. 26mm x 18mm x 12mm gibt der Hersteller an.

Das GPS Modul belegt die Zubehörbuchse. Über diese wird auch die Fernbedienung des Auslösers angeschlossen. Daher kann das vorhandene Fernauslösekabel nicht zusammen mit GPS Aufzeichnung verwendet werden. Es ist zwar eine kleine Klinkenbuchse vorhanden. Dazu wird aber ein neues, zu Canon Kameras (1000D, 500D, 300D, …) kompatibles Auslösekabel benötigt.

Technische Daten:

  • Reichweite: 10 Meter
  • Zeit für erstes koppeln: 30 Sekunden
  • Zeit zum Verbinden: 3 Sekunden
  • Transferrate: 1 Datensatz pro Sekunde
  • Durchschnittlicher Stromverbrauch: 10mA
  • Preis: ca. 100 EUR

Bluetooth GPS Empfänger

Fortuna Clip-On und AOKA AK-4N
Fortuna Clip-On und AOKA AK-4N

Mit dem Kauf des kameraseitigen Empfängers ist es aber nicht getan. Man benötigt auch einen GPS Empfänger welcher die empfangenen Satellitendaten per Bluetooth weiter sendet. Früher nutze man diese Geräte häufig um mit PDAs etwa von Palm zu navigieren. Ich habe noch eine Fortuna Clip-On GPS Bluetooth Maus. Diese nutze ich für diesen Test. Ein Nachteil von zwei unabhängigen Systemen sind zwei separate Batterien. Als Nutzer muss man nun sowohl den Akku der Kamera als auch den Akku des GPS Empfängers überwachen. Bei der Kamera ist das noch kein Problem. Aber beim Logger, welcher normalerweise in einer Tasche verstaut ist, kann das schon problematischer werden.

Koppeln des Dreiergespanns

Nikon D300 GPS Anzeige
Nikon D300 GPS Anzeige

Hier war ich absolut positiv überrascht. GPS Maus ans Fenster gelegt und eingeschaltet. BT Empfänger in die Zubehörbuchse stecken. Kamera einschalten. Nach kurzer Wartezeit; deutlich kürzer als die vom Hersteller angegebenen 30s blinkte auf dem Display der D300 das GPS Symbol.

Anzeichen dass Verbindung zum GPS besteht, aber noch keine gültigen Signale geliefert werden. Der Empfänger beherrscht also auch das BT pairing mit Code (0000) der Fortuna GPS Maus. Kurze Zeit später war auch GPS Empfang vorhanden und die Anzeige wechelte zum Dauersignal.

GPS Einstellungen an der D300

Nikon D300 System Menü GPS
Nikon D300 System Menü GPS

Im System-Menü steht der Unterpunkt GPS zur Auswahl.

Nikon D300 GPS Ruhezustand
Nikon D300 GPS Ruhezustand

Über Ruhezustand kann ausgewählt werden, ob der Belichtungsmesser wie immer nach einer bestimmten Zeit in den Ruhezustand gehen soll (ON) um Strom zu sparen oder ob bei angeschlossenem GPS Empfänger dieser Ruhezustand deaktiviert bleiben soll (OFF). Sinn macht Ruhezustand meiner Meinung nach nur, wenn es sich um ein direkt angeschlossenes GPS Gerät handelt. Die Bluetooth GPS Maus empfängt ja hier selbst bei ausgeschalteter Kamera weiterhin Satellitendaten. In sofern muss nach einem Neustart (Egal ob aus dem Ruhezustand oder ausgeschaltetem Zustand) nur die BT Funkverbindung neu aufgebaut werden. Der langwierige GPS Fix entfällt. Auch der zusätzliche Stromverbrauch durch den AOKA Empfänger ist gering.

Einstellungsempfehlung: Ruhezustand ON

Nikon D300 Position
Nikon D300 Position

Ein weiterer Menüpunkt ist Position. Dieser ist nur bei angeschlossenem GPS Empfänger aktiv. Hier werden Breitengrad, Längengrad, Höhe, Kompasspeilung und UTC (Weltzeit) angezeigt.

Aokatec hat trotz definierter Anbaulage an der Kamera auf einen Kompass verzichtet. Deshalb bleibt das Feld Peilung leer. Eine Verbesserung für die nächste Version?!

Testrunde

Auch diese Variante hatte den 13 km Test zu absolvieren. Auch wenn kein aufgezeichneter Track herauskommt. Man sieht schon, dass die Karte etwas „nackt“ wirkt. Da der Testkandidat keinen Track ausgibt habe ich auch auf die Einbindung des Garmin Referenztracks verzichtet. Durch den fehlenden Track sind auch keine Präsentationen, wie im Geotagging-Buch ab Seite 77 gezeigt, möglich.

Die Positionen auf der Karte sollen nicht über die Qualität des AK-4N entscheiden. Schließlich ist dieser nicht für die GPS Qualität verantwortlich. Er leitet nur die Daten an die Kamera weiter welche er vom Bluetooth GPS Empfänger bekommt. Die Positionsqualität hängt somit einzig und allein von der Qualität der verwendeten BT Maus ab.

Praxistest bei Stadtbesichtigung

Neben der Standardtestrunde habe ich den AK-4N ausgiebig während einer Stadtbesichtigung in München getestet. Im laufe dieses Stadtrundgangs wurden Fotos gemacht, wie es für einen Reisenden im Urlaub üblich ist. Sehenswürdigkeiten von außen, Besuch von Kirchen und Museen.

Am Ende des Rundganges kam die Ernüchterung. Lediglich ca. 60% aller Bilder hatten Geoinformationen in den Exif-Daten. Sehr viele Bilder aus Kirchen, aber auch einige Bilder im Freien enthielten keine Daten.

Hier ist ein Logger klar im Vorteil. Zwar reißt auch der Track in Gebäuden ab. Durch Interpolation der nachgeschalteten Software ist es aber möglich fehlende Positionen zumindest annähernd zu bestimmen. Aus meiner Erfahrung mit Loggern weiß ich, dass dies für Kirchen oder Museen immer recht gut funktioniert. Das Bild im Inneren wird einer Koordinate in der Nähe des Eingangs zugewiesen. Nicht perfekt aber immer noch besser als keine Position.

Als Verbesserung sollte der Hersteller über die Speicherung der letzten Position nachdenken. Diese kann dann so lange verwendet werden, bis wieder eine aktuelle Position verfügbar ist.

Während des Stadtbummels ist der Empfänger auch einmal aus der Kamerabuchse gerutscht. Zum Glück passierte dies in der Nähe der Kameratasche. Der AK-4N fiel daraufhin in die Tasche zurück. Von anderen Nutzern habe ich aber auch schon von beim Wandern verlorenen Modulen gehört. Warum hat Nikon wohl ein Gewinde an der Zubehörbuchse angebracht? Eine Verbesserung für die nächste AK-4N Version sollte eine Befestigungsmöglichkeit für dieses Gewinde enthalten. Oder mindestens eine Art Sicherungsleine.

Aufgezeichnete Exif-Daten

Die Kamera kann die gelieferten GPS Informationen selbstverständlich in JPG, TIF und RAW Dateien schreiben. Die Aufgezeichneten Daten gehen über reine Positionsangaben hinaus. Hier ein Auszug aus einem intern georeferenzierten Bild. Ausgelesen mittels GeoSetter.

Exif-Daten mit GPS Informationen
Exif-Daten mit GPS Informationen

Fazit AK-4N

Die Begeisterung des schnellen und unproblematischen Koppelns wich bei mir schnell der Ernüchterung. Wenn es bei der Aufnahme kein GPS Signal gibt, hat man keine Chance die Position nachträglich einzubauen. Am schlimmsten empfand ich aber, dass der Empfänger leicht herausrutschen kann. Man hat immer ein schlechtes Gefühl. Ist er noch da? Und bei neuen Geräten sitzen Stecker immer fester. Wie soll das erst später werden? Auch schätze ich die Möglichkeiten welche ein Track für die Präsentation der Bilder bietet. Dieser zurückgelegte Weg fehlt hier.

Empfehlen kann ich diese Möglichkeit des Geo-Imaging nur Landschafts- oder Naturfotografen, die sicheren GPS Empfang haben und keine Tracks benötigen. Alle anderen sind mit einem günstigen Logger und etwas Nacharbeit am Computer besser bedient.

Das gefällt mir gut:
  • Keine Nacharbeit am Computer
  • Keine Gefahr für die Bilddaten. Der Eintrag geschieht 100% nach den Spezifikationen von Nikon
  • Abweichungen zwischen GPS Zeit und Kamerazeit spielen keine Rolle
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Zusätzlich wird ein Bluetooth GPS Empfänger benötigt. Aufpreis ca. 40-50€
  • Zusätzlich zu überwachender Akku des GPS Empfängers
  • Gefahr des Verlierens, da kein Sicherungsmöglichkeit vorhanden
  • Taste für Blitzkorrektur bei eingestecktem Modul schwer erreichbar
  • Kein Track für zusätzliche Präsentationsoptionen
  • Wenn kein GPS Empfang, dann keine Position; keine Interpolation oder Speicherung der letzten Position
  • Bestehende Kabelauslöser können nicht verwendet werden.

[Update 23.04.2012]

Die Version AK-4N für die 10-polige Nikon Zubehörbuchse ist nicht mehr lieferbar. Es gibt jetzt eine Version für die USB Buchse der Nikon D90 oder D5000. Neu hinzugekommen ist die Speicherung der letzten Position vor dem Abriss des GPS Signals etwa beim betreten von Gebäuden. Der AOKA AK-N90 kostet ca. 100 Euro. Aufgrund fehlender Kamera kann ich diesen Geotagger aber nicht selbst testen.

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