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Reverse Geotagging mit Lightroom 4

Mit der finalen Lightroom 4 Version ist auch umgekehrtes Geotagging möglich. Was ist das und was kann ich damit machen? Und wo liegen die Grenzen bei Lightroom4?

In der Beta Version von Lightroom 4 wurde die mit Spannung erwartete Geotagging Funktionalität eingeführt. Dabei sind alle GPS Funktionen zentral im neuen Karten Modul zusammengefasst.

Was ist eigentlich reverse Geocoding

Unter Reverse Geocoding oder auch umgekehrtes Geocoding versteht man das ermitteln von Ortsnamen anhand der Position (Koordinate).

Das Prinzip ist dabei ziemlich einfach. Das Bild enthält bereits eine GPS Koordinate. Woher die kommt ist erst mal egal. Jetzt wird in einer Datenbank nachgesehen in welchem Gebiet sich diese Position befindet. Also in welchem Stadtteil, Gemeinde, Bundesland und Land.

Diese Informationen werden dann in den passende Datenfelder in den Exif Daten eines Fotos gespeichert. Oder wie bei Lightroom in einer Datenbank zum Foto abgelegt.

Vorteil ist, dass Menschen mit Namen mehr anfangen können als mit einem Koordinatenpaar bestehend aus Längen- und Breitengrad. Jetzt kann auch nach einem Ortsnamen gesucht werden, obwohl ursprünglich nur ein Zahlenpaar vorhanden war.

Seit der finalen Version ist diese Funktion in Lightroom 4 enthalten. Datenlieferant ist genau wie der Kartenlieferant Google.

Umgekehrtes Geocoding in Adobe Lightroom 4

Aktivierung von Reverse Geocoding beim ersten Start
Aktivierung von Reverse Geocoding beim ersten Start

Um reverse Geocoding zu nutzen muss es in Lightroom 4 aktiviert werden. Beim ersten Aufruf des Karten Moduls kommt hierzu eine Rückfrage.

Katalogeinstellungen Metadaten
Katalogeinstellungen Metadaten

Ansonsten lässt sich die Einstellung jederzeit noch in den Katalogeinstellungen im Metadaten Tab ändern.

Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten klappt das reverse Geocoding jetzt ganz gut.

Umgekehrtes Geocoding in der Praxis

Geodaten Vorschlag
Geodaten Vorschlag

Sobald ein Foto eine GPS Koordinate enthält, schlägt Lightroom automatisch Region, Stadt, Bundesland/Kanton, Land und ISO-Ländercode vor. Die Vorgeschlagenen Daten werden in hellgrauer Farbe in den IPTC Feldern angezeigt.

Beim Export des Bildes werden die Ortsdaten in die IPTC Informationen des Bildes integriert. Sofern dies in den Katalogeinstellungen aktiviert und im Exportdialog nicht ausgeschlossen ist. Im Exportdialog funktioniert es mit den Einstellungen „Alle“ und „Alle außer…“.

Bekannte Einschränkungen

Ein vorhandener Wert, kein reverse Geocoding
Ein vorhandener Wert, kein reverse Geocoding

Erste Einschränkung tritt auf, sobald eines der Felder bereits einen Eintrag enthält. Dann werden auch die anderen Daten nicht abgefragt bzw ausgefüllt.

Lösung hierfür sieht folgendermaßen aus. Bestehende Daten löschen. Sobald der letzte Wert entfernt ist, startet das reverse Geocoding von Lightroom. Soll jetzt einer der Vorschläge durch einen eigenen Wert ersetzt werden, tritt das Problem erneut auf. Sobald ein Vorschlag ersetzt wird, sind alle anderen Vorschläge weg. Problemlösung: Erst alle Vorschläge die übernommen werden sollen per Mausklick auf das Textlabel übernehmen und dann den eigenen Ort eintragen.

Klick auf Textlabel und übernehmen
Klick auf Textlabel und übernehmen

Die zweite Einschränkung betrifft das abspeichern der Metadaten. Beim speichern der Metadaten in die Bilddatei oder eine XMP Sidecar Datei mit der Tastenkombination [Strg]+[S] werden die Ortsinformationen nicht übernommen. Ortsdaten existieren also nur in der Lightroom Datenbank.

Um die Ortsdaten doch in die Bilddatei zu bringen muss jedes einzelne Textlabel manuell angeklickt und ausgewählt werden. Dann gelingt auch der Export in die XMP Sidecar Datei.

Reverse Geocoding mit Lightroom 4: Fazit

Grundsätzlich eine sehr gute Funktion, aus einer Koordinate lesbare Namen zu machen. GeoSetter bietet das bereits seit langem. Mit wie ich finde einer deutlich umfangreicheren Datenbank für Regionaldaten.

Die Umsetzung in Lightroom 4 ist wie so vieles bei der 4er Version noch sehr Beta-Status. Warum sollten überhaupt keine Vorschläge für leere Felder gemacht werden, sobald eine Information im Block gesetzt ist? Und warum werden Ortsnamen nicht mit abgespeichert? Hoffentlich kommt bald Lightroom 4.1 mit Bugfixes für diese Schwachstellen.

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