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Solmeta Geotagger Pro 2 im Praxistest

Der Solmeta Geotagger Pro 2 bietet alle Geo-Funktionen für Nikon Fotografen in einem Gerät. GPS-Koordinaten, Blickrichtung per Kompass, Routenaufzeichnung und noch viel mehr.

Solmeta Geotagger Pro 2
Solmeta Geotagger Pro 2

Für Fotos mit Geodaten und Blickrichtung direkt aus der Kamera bietet Solmeta mit dem Geotagger Pro 2 die absolute Luxusvariante für Nikon Kameras an. Im Praxistest muss der GPS-Empfänger zeigen, was er kann.

Für den Test wurde mir der Geotagger Pro 2 von GPS-CAMERA.EU zur Verfügung gestellt. Getestet wurde Hardware Version 3.0 mit Firmware V2.1.

Funktionsumfang Solmeta Geotagger Pro 2

Geotagger auf der DSLR
Geotagger auf der DSLR

Mit diesem Geotagger steht dir eine enorme Bandbreite an Funktionen zur Verfügung. Dazu gehören :

  • Das Basis-Geotagging. Speichert die Geokoodinaten (Länge, Breite, Höhe) zu jedem Foto, egal ob in JPG, TIF oder NEF (RAW) fotografiert wird, direkt in die Exif-Daten.
  • Pufferspeicher liefert die letzte bekannte Position auch dann, wenn gerade kein GPS zur Verfügung steht.
  • Die Blickrichtung der Kamera bei der Aufnahme.
  • Aufzeichnung der Reiseroute mit dem sogenannten Track Logger. Dank internem Akku auch ohne Kamera möglich.
  • Kamera per Funk-Fernbedienung drahtlos auslösen.
  • Intervallaufnahmen mit dem Timer anfertigen.

Lieferumfang

Solmeta Geotagger Pro 2 Lieferumfang
Solmeta Geotagger Pro 2 Lieferumfang
  • Solmeta Geotagger Pro 2
  • Zur eigenen Kamera passendes Spiralkabel
  • USB Kabel zum Laden und Logger auslesen
  • WiFi Fernbedienung incl. Batterien
  • Clip um den Geotagger am Kameragurt befestigen zu können
  • Transporttasche
  • Bedienungsanleitung (englisch) und Menüdiagramm. Auf der Rechnung gibt es den Downloadlink für die deutsche Anleitung.

Der Solmeta als GPS Empfänger

Perfekt anliegender Stecker
Perfekt anliegender Stecker

Die Montage an der Kamera gestaltet sich sehr einfach. Das zur Kamera passende Spiralkabel mit der Kamera verbinden. Dazu ist positiv anzumerken, dass sich der 10-polige Stecker sehr schön an das Gehäuse anschmiegt.

Der Geotagger selbst wird auf den Blitzschuh geschoben. Eine mechanische Verriegelung gibt es nicht. Lediglich ein gefederter Stift zum Mittenkontakt verhindert das Herausrutschen. Im mehrwöchigen Praxistest gab es hier keine Probleme. Der Geotagger sitzt stramm auf dem Blitzschuh.

Das Kabel wird seitlich in den Pro 2 gesteckt. Es handelt sich weder um ein Standard-Kabel noch ist es gegen Herausrutschen gesichert. Vorteil dieses modularen Kabels ist ganz klar die Variabilität zwischen verschiedenen Kameras. Weitere Verbindungskabel etwa für die Zweitkamera gibt es auch einzeln als Ersatzteil.

Geotagger am Kameragurt
Geotagger am Kameragurt

Zwei Sekunden auf die Power Taste drücken und der Geotagger startet. Im Test erreichte er GPS-Startzeiten zwischen 14 und 44 Sekunden. Danach hält er die GPS-Verbindung zuverlässig. Sowohl in der Fototasche als auch im Beifahrerfußraum gab es eine hochwertige Routenaufzeichnung.

Und wenn doch mal die GPS-Verbindung abreißt, etwa in Gebäuden, dann springt ja der Indoor-Puffer ein und liefert die letzte bekannte Koordinate weiterhin an die Kamera.

Mit dem Blitz auf der Kamera wandert der Geotagger einfach an den Kameragurt. Dann gibt es halt keine sinnvollen Richtungsdaten mehr.

Auch das Ausschalten ist sinnvoll gelöst. Erst drei Sekunden Power drücken und dann kurz mit ENTER bestätigen. Das schützt vor versehentlichem Ausschalten in der engen Fototasche.

Kompass und Blickrichtung

Im Geotagger Pro 2 ist ein elektronischer 3-Achsen-Kompass eingebaut. Dieser liefert nicht nur die Blickrichtung, sondern kann auch Werte für Neigen und Kippen anzeigen. Ob er mit den Zahlenreihen eine Wasserwaage ersetzten kann, muss jeder selbst wissen.

Ein Kalibrieren vom Kompass ist von Zeit zu Zeit nötig. Dazu geht es beim Pro 2 über das Menü in die Settings und dann muss die Kamera wie in diesem Video gezeigt zwei Mal um jede Achse gedreht werden.

Am Beginn des Testzeitraums habe ich es ein mal durchgeführt und die Kalibrierung per Kompass überprüft. Bis zum Ende des Tests war dann keine Neukalibrierung nötig.

Im Test von der Version 1 des Geotagger Pro war die mangelnde Kompass-Qualität im Hochformat ein Thema. Das ist nicht viel besser geworden. Jetzt wird aber deutlich darauf hingewiesen, dass bei 80° Schluss ist mit Kompass-Genauigkeit.

Insgesamt war ich mit der Qualität der Blickrichtung zufrieden. Bei einer Serie für ein Time-Lapse Video vom Stativ aufgenommen schwankte der Richtungswert zwischen 10° und 18°, was für mich in Ordnung geht.

Solmeta Geotagger als GPS Logger

Im Pro 2 ist ein 2 GB großer Speicher verbaut, welcher für 4,9 Mio. Datenpunkte reichen soll. Das würde bedeuten, dass beim genauesten Log-Intervall von 1 Sekunde der Speicher für über 1360 Stunden Wegaufzeichnung reicht. Bei 8 Stunden täglich reicht das für 170 Tage oder über 5 Monate. Und selbst bei 24/7 Logging reicht der Speicher für 56 Tage. Ab sofort gibt es also keinen Grund mehr sich über mangelnden Speicher zu beschweren.

Internen Logger Akku laden
Internen Logger Akku laden

Durch den eingebauten Akku kann die Route auch ohne Kamera aufgezeichnet werden. Bei mir hat eine Akkuladung recht konstant für GPS Tracking ohne Kamera zwischen 7 und 7,5 Stunden gereicht. Sollte im normalen Betrieb auf der Kamera der Logger-Akku leer sein, ist das kein Problem, dann bekommt der Geotagger Strom aus der Kamera. Geladen wird übrigens per beiliegendem USB-Kabel am Computer oder über ein separates USB-Netzteil. Hier hat ein vorhandenes Handy-Ladegerät gute Dienste geleistet.

Genial einfach ist das Auslesen des Track-Speichers. Mit dem beiliegenden USB-Kabel an den Computer anschließen und der Logger wird als USB-Stick erkannt. Das funktioniert sowohl mit Windows als auch mit Linux oder Mac. Die Tracks werden dabei in einer Datei pro Tag im NMEA Format abgelegt. Warum allerdings mit der Dateiendung TXT anstatt NMEA gespeichert wird, bleibt unverständlich. So muss für die meisten Programme jede Datei umbenannt werden. Hoffentlich wird das in einer späteren Firmware geändert.
Speicher freigeben funktioniert einfach durch Löschen der Track-Dateien auf dem Logger.

Passend zur Jahreszeit gibt es nicht die übliche Unterschleißheim-Runde, sondern eine Wanderroute rund um den Weidachsee in Tirol.

Sonstige Zusatzfunktionen im Detail

Funk Fernauslöser
Funk Fernauslöser

Im Lieferumfang enthalten sind eine Funk Fernbedienung inklusive zwei AAA-Batterien. Diese arbeitet mit 2.4 GHz WLAN Standard. Hier sollen auch andere Fernbedienungen zum Einsatz kommen können. Ich habe es mit einem Yongnuo RF-602 versucht, das funktioniert nicht. Mit dem Nachfolger, dem RF-603 N klappt es.

Der Intervall Timer beispielsweise für Time-Lapse-Videos funktioniert zuverlässig. Leider ist das Einstellen recht mühsam. Das liegt an den vielen einzustellenden Werten für Startzeit, Startdatum, Endzeit, Enddatum und Intervall über die drei Hardware-Tasten. Hier sollte Solmeta einen Quick-Mode nachrüsten, bei dem lediglich das Intervall eingestellt wird. Bis dahin besser die in der Nikon Kamera eingebaute Intervallfunktion nutzen.

Auf anderen Kameras mit Standard-Blitzschuh kann der Pro 2 als GPS-Logger mit Kompass für die Blickrichtung genutzt werden. Mehr zu dieser Funktion in einem separaten Artikel.

Fazit Solmeta Geotagger Pro 2

Solmeta Geotagger Pro 2
Solmeta Geotagger Pro 2

Die Version 2 von Solmetas Geotagger Pro ist der beste von mir getestete Geotagger für Nikon Kameras. Gute Verarbeitung und ein riesiger, sinnvoller Funktionsumfang machen ihn zum Highlight unter den GPS-Empfängern. Besonders gefallen hat mir die einfache Art, den Track-Speicher auszulesen.
Den Pro2 gibt es für 199 Euro. Wenn man bedenkt, dass der original Nikon GP-1 über 200 Euro kostet und „nichts“ kann, ist das geradezu ein Schnäppchen.

Das gefällt mir gut:
  • Großer Funktionsumfang
  • Sehr gute Empfangsqualitäten
  • Riesiger Trackspeicher
  • Speicher einfach auszulesen
  • Funkfernbedienung mitgeliefert
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Nicht die optimale Dateiendung der Tracks
  • Teilweise komplizierte Bedienung

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Kommentare
Rainer Skrovny
Antworten

Das Gerät selbst finde ich super, das Anschlusskabel (GPS – seitig) ist aber leider eine Frechheit. Der Stecker rutscht ständig heraus!

Langner Bernd
Antworten

Die Technik ist sehr gut, aber die Verarbeitung ist eine Frechheit.
Stecker rutscht ständig heraus – vor allem wenn man häufiger zwischen 2 Kameras wechselt.
Jetzt ist der Stecker anscheinend schon so ausgeleiert, dass die GPS Daten nicht mehr übertragen werden.
Das LCD hat schon nach 2 Wochen Fehler gehabt – Zahlen waren nur noch unvollständig zu sehen – hat mich zwar nicht gestört.
Ein sehr guter Ansatz aber im Dauernutzen nicht zu gebrauchen.
Daher nützen solche Kurztests auch nicht viel, wenn es um Langzeit-Freude geht.

Matthias Schwindt
Antworten

Danke für deine Rückmeldung. Das Problem mit dem Stecker tritt bei mir auch vermehrt auf. Muss mal den Testbericht anpassen. Wegen der anderen Probleme solltest du dich mal an deinen Händler wenden.

Josef Schriek
Antworten

Technisch liest sich der Geotagger gut, so lange er funktioniert macht er Freude. Leider hatte ich auch gleich auf der ersten Reise das Problem, dass der Stecker ständig raus rutscht, danach brach die Isolierung des Anschlusskabels – es waren die kleinen Drähtchen sichtbar. Dieses tauschte Solmeta nach mehrfachem Schriftverkehr kostenfrei aus.
Nun mein zweiter großer Urlaub: Der Geotagger lässt sich nicht mehr aufladen. Dachte zunächst, ihn dauerhaft über meine D800 zu versorgen wäre ein Kompromiss, aber schlimmer: die Versorgung der Kamera brach zusammen, was sich durch Nichtauslösen ankündigte.
Meine vor 2 Wochen an den Lieferanten gerichtete Reklamation blieb unbeantwortet – noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung.

Für eine so kurze Performance ist der Testsieger dann doch viel zu teuer.

Auch Lebensdauer/Langzeitverfügbarkeit sollte in den Tests verfolgt werden . 2 Urlaube sind ja nicht so viel .

Matthias Schwindt
Antworten

Das Problem mit dem Stecker kenne ich, wie im letzten Kommentar zu lesen. Zumindest das ständige rausrutschen nach langer Praxisnutzung. Ist definitiv ein großes Manko.
Mit welchem Lieferanten bist du im Kontakt?

Josef S
Antworten

…. Seitens des Lieferanten alfamerit gibt es immer noch keine Antwort … .

Micha F
Antworten

Ich benutze dieses Gerät seit September 2014 so ziemlich regelmäßig mehrmals im Monat. Sowohl bei Foto-Exkursionen durch Stadt und Land, sowie natürlich auch im mehrwöchigem Urlaub. Dabei ist der Geotagger von der Nikon D5000 zur D7100 mitgewandert und verrichtet bisher klaglos seinen Dienst. Im Colloseum habe ich es geschafft, mir den Geotagger vom Blitzschuh zu rupfen, so dass er unsanft mehrere Stufen heruntergefallen ist. Seitdem hat das Gehäuse einen leichten Haarriss in der oberen Abdeckung. Das ist aber auch der einzige „Schaden“, den das Gerät genommen hat.
Mittlerweile habe ich auch den Effekt, dass sich das Kabel vom Geotagger völlig unmotiviert entfernt. Dies geschieht allerdings nur, wenn die Kamera am Körper „hängt“ und durch die Pendelbewegung der Stecker allmählich herausgehebelt wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Buchse nun nach einem Jahr etwas ausgeleiert ist, da selbst das USB-(Lade)Kabel nicht mehr so stramm sitzt, wie am Anfang.
Im Ergebnis bereue ich den Kauf nicht. Wenn ich dann bei Kollegen sehe, wie träge das interne GPS-Modul bei Nikons neuen DSLR reagiert und welchen Stromhunger dies entwickelt… Nee, dann lieber wieder einen Solmeta.

G. Glätzle
Antworten

Kaufdatum: 27.07.2015-Solmeta Geotagger Pro 2
Letztlich habe ich mich durch diesen Blog dazu verleiten lassen dieses Gerät zu kaufen.
Funktionsumfang wie unter „Gefällt mir gut“ beschrieben, stimme ich zu.
Mir ist es ein Rätzel, warum das mit dem Stecker nicht sofort auffällt.
Bereits nach einer Stunde im Feldversuch war mir klar, dass ich keine gute Entscheidung getroffen habe.
Stecker ständig raus und Gerät defekt!
Reklamation wurde bestens mit einem neuen Gerät bedient.
Aktueller Status nach 5 Monaten:
An der Kamera funktioniert das Ding noch, allerdings nur mit zwei Gummibändern, die den Anschluss fixieren (einfach unglaublich)!!!! und über den Akku der Kamera, da der Stecker des USB-Kabels keine Ladung des internen Akkus mehr zulässt. Somit kann ich auch keine Daten herunterladen.
Mein Fazit: Nicht zu gebrauchen!!!

Matthias Schwindt
Antworten

Ich kann deine Verärgerung gut nachvollziehen.
Der Hersteller wollte schon länger eine neue Version mit verbessertem Stecker bringen. Leider passiert da nix.

Alfred Gessky
Antworten

Nikon 750. Schliesse mich vorbehaltslos den Kommentaren des Kabelproblems an. Habe bereits das dritte Kabel gekauft nach versuchen immer den Anschluß zu manipulieren um ein Rausfallen zu verhindern. Unverständlich dass es keine 90-Grad Winkelung des Kabels gibt. Beim letzten dreiwöchigen Urlaub mußte ich feststellen, dass das Gerät trotz wiederholter Versucher nicht mehr auszuschalten ist und bis zum Akkuende in Betrieb ist..

Günter Thun
Antworten

Hallo,
habe heute die N3 für Nikon D700 erhalten und die ersten Versuche gemacht.
Meine Frage: Mit welcher Software kann ich die GPS-Daten ins besondere das Heading der Kamera (Objektiv-Richtung) auf „Google Earth“ darstellen?

Jetzt bist du gefragt!

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