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Netbook mit SSD und Linux tunen

Auch ein älteres Netbook kann immer noch zeitgemäßes Arbeitstempo bieten. Dazu stelle ich einige Beschleunigungs-Maßnahmen vor.

Samsung NC-10 Netbook
Samsung NC-10 Netbook

Trotz Smartphone und Tablet gehört ein Netbook für mich noch nicht zum alten Eisen. Eine richtige Tastatur ist, gerade wenn es darum geht, unterwegs Blogposts zu schreiben durch nichts zu ersetzen.

Um mein in die Jahre gekommenes Samsung NC-10 Netbook etwas zu beschleunigen habe ich ein paar Tuning Maßnahmen ergriffen.

Zum einen den Massenspeicher, denn SSD Speicher ist in den kleinen Größen nicht mehr wirklich teuer. Zum anderen das Betriebssystem. Statt Windows 7 sollte Linux als Betriebssystem zum Einsatz kommen.

Aufrüsten mit SSD

Nachdem ich bereits direkt nach dem Kauf die 1 GB Arbeitsspeicher gegen ein 2 GB Modul getauscht hatte stand nun als nächste Maßnahme der Wechsel der Festplatte gegen eine SSD an. Hauptvorteil ist die deutlich geringere Zugriffszeit und die höhere Übertragungsrate gegenüber der Festplatte. Zudem macht sich der geringe Stromverbrauch in längerer Akku Laufzeit positiv bemerkbar.

Ich habe mich für eine SanDisk SSD mit 128 GB entschieden. Diese ist derzeit für deutlich unter 100 Euro zu bekommen.

Nachdem auf der Unterseite alle Schrauben entfernt waren konnte das Gehäuseunterteil vorsichtig mit Hilfe einer Kreditkarte aufgehebelt werden. Darunter ist die Festplatte direkt in der Halterung erreichbar.

Festplatte gegen SSD tauschen
Festplatte gegen SSD tauschen

Die Original Festplatte war 13 mm dick, während die SSD nur 10 mm misst. Um ein klappern zu verhindern habe ich ein Stück selbstklebendes Schaumstoffband aufgeklebt.

Nach dem Zusammenbau der erste Test. Direkt nach dem einschalten nichts. Sch… etwas falsch gemacht. Nein! Das BIOS startet. Eine SSD macht halt kein Geräusch und der Lüfter läuft noch nicht.

Linux als neues Betriebssystem

Als erstes habe ich Ubuntu Linux installiert. Hat hervorragend geklappt. Leider war Ubuntu durch die schöne Unity Oberfläche nicht wirklich schnell. Jede Animation eines Fensters zog sich wie Kaugummi. Also galt es eine Alternative zu suchen.

Lubuntu Desktop
Lubuntu Desktop

Fündig wurde ich bei Lubuntu, einem offiziellen Ubuntu Derivat mit besonders ressourcensparender LXDE Desktop Umgebung, speziell für Rechner mit schwacher Hardware.

Das „L“ in Lubuntu steht für den LXDE Desktop, genauso gut könnte man es auch als Lite-Ubuntu bezeichnen.

Installation und Konfiguration gingen genauso einfach wie bei Ubuntu. Beeindruckend ist die Startgeschwindigkei. Nach weniger als 20 Sekunden ist der Rechner einschließlich manuellem Login betriebsbereit.

Persönliches Fazit

Die SSD beschert einem Netbook einen deutlichen Geschwindigkeitsboost und eine längere Akku Laufzeit. Einen zusätzlichen Anteil an der Beschleunigung trägt das extrem schlanke Lubuntu bei.

Ab sofort steht im Geotagging-Blog Büro neben der Windows 7 Arbeitsmaschine und dem Mac Mini auch ein Netbook mit Linux zur Verfügung.

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Kommentare
Holger

Hallo,
ich habe das gleiche vor, nur mit einem anderen netbook…
hast du eine swap-partition eingerichtet?

Matthias Schwindt

Hallo Holger,
ich habe jedenfalls nichts speziell eingeschaltet. Denke aber, dass Linux immer eine swap-partition anlegt. Einfach Standardinstaller laufen lassen.

Viktor

Deine Argumentation für ein Netbook mit Linux ist ja fast identisch mit meiner 😉 Ich habe aber nicht abgeschrieben! Versprochen!

Hast Du mal getestet, wie schnell die Platte lesen (und schreiben kann)? Mich würde mal interessieren ob das Netbook vom Controller her die SSD überhaupt ausreizt, oder ob einfach eine schnelle HDD hier völlig ausreichen würde.

Matthias Schwindt

Noch nicht. Steht aber nicht sehr weit oben auf der To-Do Liste.

Viktor

Bei Easy Peasy ist eine App bereits installiert, mit der man das messen kann. Da es eine Ubuntu eigene App ist, denke ich mal, dass die bei Dir auch vorhanden ist. Ist unter System -> Laufwerksverwaltung.

Viktor

Mach mal bitte
sudo hdparm -tT –direct /dev/sda
Das misst dann die Lesegeschwindigkeit der Platte. Ich habe mit der Originalen 70/62 MB/s

Matthias Schwindt

102 MB/sec in 2.01 sec
109 MB/sec in 3.01 sec
Gut? Schlecht?

Viktor

Schlecht ist das auf keinen Fall. Habe hier zwei Notebooks, die mit „moderner Technik“ unter Win7 nur 50 und 80 MB/s schaffen. Allerdings sind die Geschwindigkeiten der SSD nicht ausgereizt. Die könnte ja so um die 200 – 300 MB/s (SATA III). Die ~100MB/s sind so typische Werte für relativ gute 5400U/min Platten. Ich habe mir schon gedacht, dass der Controller hier der Flaschenhals ist.

Viktor

Könntest Du vielleicht noch direkt nach dem Neustart von Lubuntu ein „free -m“ im Terminal eingeben? Meine Xubuntu Installation [1] krallt sich nach Start 400 MB Speicher. Würde gern mal wissen, ob das bei Lubuntu weniger ist.

[1] http://siehe.link/7e

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