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Solmeta Geotagger Pro 2 mit Bug bei der Track Aufzeichnung

Der Geotagger Pro speichert die zurückgelegte Route als NMEA-Track – und macht dabei Fehler. Es gibt aber einen Workaround.

Solmeta Geotagger Pro 2 auf Nikon D300
Solmeta Geotagger Pro 2 auf Nikon D300

In meinem Praxistest zum High-End Geotagger von Solmeta habe ich bereits über die Möglichkeiten des GPS Loggers berichtet. Der für Nikon Kameras entwickelte GPS Empfänger Solmeta Geotagger Pro 2 kann auch mit anderen Kameras zum trackbasierten Geotagging eingesetzt werden. Größter Vorteil gegenüber Standard GPS-Logger Lösungen ist die Möglichkeit, die Blickrichtung mit zu berücksichtigen. Voraussetzung dafür ist ein Blitzschuh an der Kamera zur Ausrichtung vom Geotagger.

Bei einem genaueren Test dieser Funktion ist mir ein Bug aufgefallen. Lädt man den Track in GeoSetter um sich die Fototour anzusehen und trackbasiert Koordinaten zuzuweisen, wird nur ein kurzer Abschnitt der Route angezeigt.

Ursache des Fehlers

Laut Handbuch schreibt der Logger bei jedem Foto zusätzlich zu den normalen Trackpunkten eine Position  mit der Kennzeichnung *flash* in die NMEA-Datei. Sinn davon ist es, auch bei längeren Aufzeichnungsintervallen eine Position vom Moment der Aufnahme zu haben. Beispiel: Aufzeichnungsabstand 20 Sekunden. 8 Sekunden nach dem letzten Trackpunkt wird das Foto aufgenommen. Jetzt muss nicht zwischen 20 Sekunden entfernten Koordinaten interpoliert werden sondern es gibt exakte Ortsdaten.

Mit genau dieser Funktion gibt es ein Problem. *flash* taucht nur ab und zu in den Logs auf. Statt dessen finden sich an Foto-Stellen komische Zeichen. Hier mit dem Texteditor Notepad++ dargestellt.

Defekte Stelle im Solmeta Track
Defekte Stelle im Solmeta Track

An diesen Zeichen (Binärdaten?) „verschlucken“ sich GPS-Programme wie beispielsweise GeoSetter und stoppen die Anzeige.

Track reparieren

GPSBabel
GPSBabel

Da von diesem Problem nicht alle GPS Programme betroffen sind, gibt es Möglichkeiten mit dem Fehler zu leben. GPSBabel etwa ignoriert fehlerhafte NMEA Sätze einfach bei der Konvertierung.

Eine Lösung sieht dann so aus, dass der fehlerhafte Solmeta Track per GPSBabel in das GPX Format konvertiert wird. Dann konnten alle von mir getesteten GPS Programme vollständig mit dem Track umgehen. Wie eine NMEA nach GPX Konvertierung geht, zeigt diese Anleitung am Beispiel Canon GP-E2. Prinzipiell kann die Anleitung auch hier eingesetzt werden. Beim Solmeta Log sollten aber alle vier NMEA-Sätze in den Optionen ausgewählt werden.

Persönliches Fazit

Solmeta Geotagger Pro 2
Solmeta Geotagger Pro 2

Für mich liegt der Fehler eindeutig auf Solmeta Seite. Auch wenn einige Programme robuster sind und derartigen „Datenmüll“ ignorieren gehört er einfach nicht hinein. In einem derart hochwertigen Produkt wie dem Geotagger Pro 2 sollte so ein Fehler nicht auftauchen. Ich bin mir aber sicher, dass es „nur“ ein Problem in der Firmware ist und hoffe, dass dieser schnellstmöglich über ein Update behoben wird.
So lange funktioniert die Trackanzeige auch mit dem Umweg über GPSBabel.

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Kommentare
Roland Rikirsch
Antworten

Dem kann ich nur zustimmen. Offensichtlich haben den Bug alle Pro2, nur hat es bisher kaum einer bemerkt. Selbst beim Vertriebspartner in Deutschland, GPS-camera.eu war der Fehler bis zu meiner Reklamation nicht bekannt. Ich habe zwei neue Geräte, welche in der Seriennummer dicht beieinander liegen ausprobiert, beide haben den Bug. Mit der Fehlerbehebung bin ich etwas rustikaler vorgegangen. Ich habe von Hand in die Log-Datei eingegriffen. Beim ersten Eintrag mit der unsinnigen Zeichenfolge unter der Zeile „$PTNTHPR“ habe ich den ersten Eintrag nach dem Komma (-1.0) gelöscht und einen interpolierten Wert aus dem vorhergehenden und dem nachfolgenden Eintrag unter dieser Zeile reingeschrieben. Dann habe ich den ganzen Zeichenwust, der mit -1083702….. beginnt bis zum Komma vor dem nächsten „,N“ herausgelöscht und ebenfalls einen interpolierten Wert aus vorhergehenem und nachfolgendem Eintrag reingeschrieben. Die Datei habe ich dann abgespeichrt und im Geosetter neu geladen und siehe da, er zeigt den ganzen Track wunderbar an, obwohl noch etliche weitere Falscheinträge in der Datei vorhanden sind. Gut ist dabei, sich evtl. die Uhrzeit des korrigierten Eintrages zu notieren, weil man dann, sollte der interpolierte Punkt zu weit von der Route abweichen, leicht nochmals etwas korrigiert kann.

Matthias Schwindt
Antworten

Das nenne ich wirklich mal rustikal. Nicht nur den Müll per Hand löschen, sondern gleich noch einen interpolierten Wert einsetzen.
Wobei eigentlich auch GeoSetter toleranter sein sollte und den Müll einfach ignorieren sollte statt abzubrechen.

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