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Trackbasiertes Geotagging mit GeoSetter

Geotagging ohne GPS in der Kamera. So funktioniert das Zusammenbringen von GPS-Track und Fotos mit der Freeware GeoSetter.

GeoSetter
GeoSetter

In der Windows Welt ist GeoSetter die Referenz wenn es um Geotagging geht. Keine andere Software ist so umfangreich und dabei trotzdem einfach zu bedienen wie GeoSetter.

In dieser Anleitung möchte ich dir das Geotagging von eigenen Fotos mit einem aufgezeichneten GPS-Track näher bringen.

Track und Bilder vorbereiten

GeoSetter ist, was die GPS-Tracks betrifft deutlich flexibler als Lightroom. Neben den Standards GPX, KML und NMEA können noch zahlreiche weitere Formate, darunter auch Logger spezifische, direkt gelesen werden. Außer kopieren auf den PC ist eine Vorbereitung der Tracks deshalb so gut wie nie nötig.

An Foto-Formaten werden auch alle Wichtigen unterstützt. Bei JPG schreibt man am besten direkt ins Bild. Bei RAW besteht Wahlfreiheit zwischen direkt schreiben und XML-Sidecar Datei anlegen.

Zeitanpassung über Referenzbild

Einfacher als die Kamerauhr penibel nach der GPS-Zeit zu stellen funktioniert eine Zeitanpassung über ein Referenzfoto. Dazu ist vor, während oder nach der Fototour ein Foto von einer exakten Uhr aufzunehmen. Mehr zum Referenzfoto und wie häufig eines benötigt wird in einem anderen Artikel.

Referenzbild mit Garmin
Referenzbild mit Garmin

Ein Original-Referenzfoto vom Garmin GPS Empfänger siehst du rechts. Einfach geht das auch beim GPS-Logger Holux M-241 (→ Praxistest) mit dem Display, auf dem die aktuelle Uhrzeit angezeigt werden kann. Verfügt der Geotagger nicht über eine Anzeige, geht auch ein Foto von einer Internetseite mit Atomuhranzeige. Beispielsweise www.atomzeit.eu.

In 5 Schritten zum Foto mit GPS-Koordinate

Schritt 1: Fotos auswählen
Alle Bilder, welche Koordinaten bekommen sollen in GeoSetter auswählen.

Schritt 2: Track laden
Das Fenster Synchronisierung mit GPS-Datendateien mit [Strg] + [G] oder über das Bearbeiten Menü öffnen.

Speicherort vom Track auswählen
Speicherort vom Track auswählen

Ganz oben den Track auswählen. Dazu stehen vier Möglichkeiten zur Auswahl. Da alle meine Tracks in einem Verzeichnis liegen bevorzuge ich die letzte Option. Sinnvoll ist auch, den Track und die Bilder in einen Ordner zu legen. Dann Option eins wählen.

Schritt 3: Geotagging Einstellungen
Die Interpolation sollte immer aktiv sein. Dadurch werden auch Fotos berücksichtigt zu denen es keinen exakten Wegpunkt gibt. Die Zeitdifferenz kann großzügig gewählt sein. Ich akzeptiere eine viertel Stunde (900 Sekunden).

Synchronisations Einstellungen
Synchronisations Einstellungen

Schritt 4: Zeitanpassung

Bei der Zeitanpassung wird es etwas unübersichtlich. Die vier Möglichkeiten sind nicht unbedingt selbsterklärend.

Zeitanpassung
Zeitanpassung

Möglichkeit eins (Lokale Windows-Einstellungen benutzen) geht davon aus, dass GPS-Track, Fotos und Rechner in der selben Zeitzone sind. Daher wird lediglich eine einfache Anpassung der Differenz Kamera-Zeit ↔ GPS-Zeit angeboten.

Zeitanpassung mit Referenzbild
Zeitanpassung mit Referenzbild

Die zweite Option (Zeitzone einstellen) ist meine bevorzugte Methode und nutzt ein Referenzbild zum Angleichen von Kamera-Zeit an die GPS-Zeit. Dort gibt es dann die Schaltfläche „Anpassen über Bildinhalt …“. In diesem Fenster das Referenzfoto, hier vom Garmin, wählen und die fotografierte Uhrzeit in das Feld rechts eintragen.
Um die  Zeitzone, um die es hier eigentlich geht, muss ich mich nicht kümmern, da bei mir sowohl GPS als auch Kamera in lokaler Zeit laufen.

Die beiden letzten Möglichkeiten („Benutze Trackpunkt aus Karte“ und „Benutze Wegpunkt“) sind interessante Spezial-Anpassungsmöglichkeiten die ich in separaten Artikeln erklären werde.

Schritt 5: Kontrolle und speichern

Positionskontrolle
Positionskontrolle

Nach dem synchronisieren sollte ein kurzer Kontrollblick nicht fehlen. Hier im Beispiel ein Foto vom Bahnhof. Auf der Karte liegt der Marker auch am Bahnhof. Passt!

Geodaten speichern
Geodaten speichern

Der Bildhintergrund und die Koordinaten werden noch in Rot angezeigt. Das bedeutet, dass die Daten vorgemerkt sind aber noch nicht in die Exif-Felder geschrieben wurden. Zum Speichern am besten [Strg] + [S] drücken oder den Button in der Symbolleiste.

Persönliches Fazit

Mit einem ordentlich aufgezeichneten Track und einem Referenzfoto gelingt das trackbasierte Geotagging mit GeoSetter ganz einfach. So gut wie alles lässt sich automatisieren und geht daher ganz schnell. Für mich immer noch die bevorzugte Möglichkeit Fotos mit Koordinaten auszustatten.

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Kommentare
Steffen Kosiolek
Antworten

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir haben bisher unsere IPTC-Standortdaten manuell über „Irfanview“ in die Fotos geschrieben.

Eine DSLR Sony A77 haben wir kürzlich angeschafft, die bei Aktivierung, GPS-Standort-Koordinaten in die Fotos schreibt.

Zukünftig möchten wir unsere Fotos gern über „GeoSetter“ verwalten bzw. umstellen.

Da wir keinerlei Erfahrung mit „GeoSetter“ haben, fragen wir Sie, ob man den bisher über „Irfanview“ verwalteten Fotodateibestand programmtechnisch möglichst einfach und ohne Datenverlust in „GeoSetter“ überführen, speichern und verwalten kann.

Außerdem erklären Sie uns als Programm-Einsteiger bitte die wesentlichen Schritte, wie neue Fotos unter „GeoSetter“ IPTC+EXIF-Daten erhalten und dort einfach verwaltet werden können.

Darüber hinaus arbeiten wir vorgegebenermaßen mit dem Programm „Linfos“, welches Kartenauszüge im Shape
(shp-Format) darstellen, speichern und ausgeben kann. Kann „GeoSetter“ auch Standorte in Shape-Dateien speichern, anzeigen, drucken? Wenn ja, wie funktioniert das?

Für Ihre rasche Hilfe bedanken wir uns im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

S. Kosiolek
(MA der Stiftung Naturschutz Thüringen)

Matthias Schwindt
Antworten

GeoSetter ist kein Verwaltungstool und speichert selbst nichts in einer Datenbank. GeoSetter schreibt GPS Koordinaten (und andere Metadaten) direkt in Fotos.

Harald Rothe
Antworten

Hallo,
danke für den guten Beitrag Geotagging und die prompte Auskunft auf meine Anfrage!!!

Benjamin Becker
Antworten

Hallo!
Ich nutze auch Geosetter um meine Bilder zutaggen. Beim ersten verknüpfen bietet Geosetter das Speichern das GPX tracks im Ordner an, kann ich das Später auch noch mal machen und wenn ja wie? Weißt du das vielleicht?

Friedemann
Antworten

Hallo! Ich antworte mal: Nein, das kann man vom Programm aus später nicht mehr machen. Aber Du kannst natürlich die Trackdatei manuell außerhalb von GeoSetter in das entsprechende Verzeichnis kopieren. Die Option die Du meinst ist sowieso blöd, da GeoSetter dann nicht als GPX speichert, sondern in einem eigenen Format (*.gst). Ich bin gerade dabei, das alles zu ändern. In der kommenden Version wird man Trackdateien bearbeiten, splitten und auch speichern können. Das dann nicht mehr im GST-Format sondern auch als GPX. Vielleicht füge ich dann ja auch eine Option „Als Ordnertrack speichern“ hinzu…

Rafael R
Antworten

Der Beitrag ist schon älter, trotzdem möchte ich einen kurzen Hinweis posten, was die richtige Bedienung von Geosetter angeht: In Schritt 4 wird die Zeitanpassung erklärt, mithilfe der Option „Zeitzone einstellen“ über Uhrzeit-Fotos einen Zeitabgleich zu machen funktioniert wirklich sehr gut; man muss dabei jedochnoch etwas beachten: Die Checkboxen „Zeitzone über Webservice abrufen“ und „Zeitzone(n) zum Aufnahmedatum hinzufügen“ sollten (wenn alles in der selben Zeitzone stattgefunden hat) deaktiviert sein, da sich sonst die Zeiten um ganze Stunden verschieben können, und dann wirds verwirrend.

Julia
Antworten

Hallo zusammen,

ich habe mir einen externen Geotrack an meine DSLR 3200 von Nikon gekauft.
Somit hat nun jedes Bild Koordinaten. Das sehe ich nun auch im Geosetter. Aber wie bekomm ich denn das nun als Track hin? Ich check das nicht, da ich keine „Daten“ vorliegen habe, sagt das Verzeichnis über STR + G.
Hoffe, ihr wisst, was ich meine…

Schöne Weihnachten!
Viele Grüße
Julia

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