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Olympus TG-2: Outdoor Kamera im Praxistest

Die Outdoor Kamera von Olympus bietet Robustheit und gute Ausstattung. Wie gut ist die Bildqualität und was leistet die TG-2 in der Praxis?

TG-2 eine Kamera für draußen
TG-2 eine Kamera für draußen

Mit dieser Kamera zieht es einen einfach raus ins Freie. Egal ob Mountainbike, Snowboard, Schnorcheln oder einfach nur Familienurlaub am Strand. Die Olympus TG-2 macht alles mit.

Design und Verarbeitung

Unterschiedliche Farbvarianten
Unterschiedliche Farbvarianten

Outdoor Kameras müssen anscheinend immer etwas auffälliger und robuster aussehen um ihre Eignung für schwere Umgebungsbedingungen zu unterstreichen. So auch bei der Olympus.

Komplett schwarze TG-2
Komplett schwarze TG-2

Wenn man sich wie ich für das schwarze Modell entscheidet bekommt man als Kontrastpunkt einen roten Objektivring der an ein Bullauge erinnert. Für alle die das überhaupt nicht mögen liegt auch ein Ring in schwarz bei.
Die Kamera ist insgesamt sehr wertig und robust verarbeitet, wobei der Hochglanzlack zum verkratzen neigt.

Ausstattung und Bedienung

Stoßfest, wasser- und staubdicht, frost- und bruchsicher, das sind die Outdoor Eigenschaften, die bei der Olympus TG-2 im Vordergrund stehen.

Spezial USB und HDMI Anschluss
Spezial USB und HDMI Anschluss

Die beiden Abdeckungen (Fach mit den Anschlüssen und das Akku-/Speicherkartenfach) sind doppelt gesichert.

Doppelte, markierte Sicherung
Doppelte, markierte Sicherung

Zwei Schieber je Deckel sollen verhindern, dass ein Fach versehentlich geöffnet wird. Zusätzlich werden offene Riegel über rote Markierungen gekennzeichnet.
Auch die Software kümmert sich um zuverlässiges geschlossenhalten. Nach dem laden vom Akku erscheint auf dem Display ein Hinweis, die Deckel für den nächsten Tauchgang sorgfältig zu schließen.

Objektiv
Die Optik mit der sehr ordentlichen Anfangsblende von f/2.0 liegt hinter einer festen Glasscheibe geschützt. Die Brennweitenveränderung findet innerhalb des Gehäuses statt, es steht also nichts ab. Weil kein schützender Objektivdeckel vorfährt muss man die Scheibe allerdings des Öfteren putzen. Die Kamera zoomt optisch vierfach und deckt damit einen Brennweitenbereich von 25 bis 100 Millimeter (bezogen auf Kleinbild) ab.

Display

Kontrolldisplay
Kontrolldisplay

Das Kontrolldisplay auf der Rückseite misst 7,6 cm (3 Zoll) in der Diagonalen und löst 610.000 Pixel auf. Für ein Display das im Freien bei Sonnenschein benutzt werden soll spiegelt es mir etwas stark. Auch um die Kratzfestigkeit steht es nicht zum besten. Wer lange ein kratzfreies Display und zusätzliche Entspiegelung möchte sollte sich vielleicht eine Displayschutzfolie zulegen. Selbst habe ich (noch) keine Erfahrung damit, die Antireflex Folie von AtFolix macht mir aber einen guten Eindruck.

GPS

Eingebautes GPS
Eingebautes GPS

Für das kamerainterne Geotagging steht ein GPS Sensor zur Verfügung. Neben der Position jedes Fotos kann auch eine Route von der Fototour aufgezeichnet werden. Auch an einen elektronischen Kompass für die Blickrichtung wurde gedacht.

Alle GPS Funktionen sind in einem eigenen Geotagging Artikel ausführlich beschrieben.

Klopfsteuerung der Kamera

Touch Control Einstellungen
Touch Control Einstellungen

Um auch mit Handschuhen die Kamera gut bedienen zu können hat Olympus eine Klopfsteuerung, Touch Control genannt, eingebaut. Über zweimaliges Klopfen auf die rechte Seite startet die Bedienung. Alle Funktionen auf dem Hauptbildschirm lassen sich jetzt mit klopfen ansteuern und verändern. So wird eine Bedienung der Kamera auch mit Handschuhen möglich. Touch Control funktioniert gut, startet aber für mein Gefühl etwas zu oft ungewollt. Deshalb lasse ich es aus. Beim Skifahren mit dicken Handschuhen macht es aber sicher Sinn.

WLAN für die TG-2

FlashAir aktiv
FlashAir aktiv

Um Bilder direkt von der Speicherkarte per WLAN übertragen zu können, unterstützt die TG-2 sowohl Eye-Fi Karten (-> Praxistest) als auch Toshibas FlashAir Karte (-> Praxistest).

Für beide Karten gibt es eigene Unterpunkte im Menü. So kann die FlashAir Karte über das Menü ein- und ausgeschaltet werden, was sinnvoll für den Stromverbrauch ist. Bei der Eye-Fi Karte besteht die Wahl, welche Bilder übertragen werden sollen.

Fotografieren und die Bildqualität

Hier wirst du von mir sicher keine abfotografierten Testcharts oder Backsteinwände sehen. Das überlasse ich gerne den Pixelpeepern.

Sehr gut ist die schnelle Aufnahmebereitschaft nach dem Einschalten. Auch die Zeit zum Fokusieren und die Auslöseverzögerung sind gut.

Schalter für Belichtungsmodi
Schalter für Belichtungsmodi

Dann wären da die Aufnahmemodi, Motivprogramme oder Scene Modi. Hier sind die Entwickler, vermutlich durch das Marketing getrieben, eindeutig über das Ziel hinaus geschossen. Wer soll sich bei einer derart großen Auswahl noch auskennen? Einigermaßen brauchbar wäre noch ein Unterwasserprogramm, aber gleich vier davon?

Den Panorama Modus finde ich hiervon noch am besten. Nach dem ersten Bild einfach die Kamera in die gewünschte Richtung drehen und die Markierung ins Fadenkreuz steuern. Kommen beide Punkte zusammen, löst die Kamera automatisch für das nächste Foto aus und rechnet die Bilder nach der letzten Aufnahme zu einem Panorama zusammen. Bei unkritischen Motiven funktioniert das ganz ordentlich.

TG-2 im Panorama Modus
TG-2 im Panorama Modus

Im  iAuto Modus versucht die Kameraelektronik aus den Scenemodi den passenden zu erraten.

Vollkommen überflüssig halte ich dagegen die Position „MAGIC“. Da werden ein paar Filter im Instagram Stil über die Bilder gelegt.

Beim Super-Makro Modus kann die Linse fast auf dem Subjekt aufliegen, wobei zoomen und scharfstellen immer noch funktioniert.

Wer etwas mehr eingreifen möchte kann dies über die Blenden-Vorwahl mit Zeitautomatik tun. Allerdings stehen pro Brennweite nur drei Blendenstufen zur Wahl.

Mein bevorzugter Modus ist ganz einfach – P, die Programmautomatik.

Wer persönliche Einstellungen griffbereit haben will, nutzt die beiden Benutzerprogramme. Über das Menü können die gerade aktiven Kameraeinstellungen auf einen dieser Modi gelegt werden und später einfach durch drehen des Modus-Wahlrades auf C1 bzw. C2 abgerufen werden.

Testfoto direkt aus der Kamera, nur verkleinert
Testfoto direkt aus der Kamera, nur verkleinert

Betrachtet man sich das Rauschverhalten, so liefert der Sensor bis einschließlich ISO 400 gute Ergebnisse ab. ISO 800 ist gerade noch brauchbar, darüber wird es eng mit Bildinhalt. Bei ISO 6400 ist eigentlich nur noch eine Mischung aus Weichzeichnungs-Matsch und Rauschen vorhanden. Bevorzugte Einstellungen sollten manuelle ISO Werte bis 400 oder ISO AUTO sein. In dieser Stellung wählt die Kamera meist keine utopisch hohen ISO Werte.

Foto halb über, halb unter Wasser
Foto halb über, halb unter Wasser

Insgesamt finde ich die Bildqualität für eine Kompaktkamera vollkommen in Ordnung. Man darf hier einfach keine DSLR Maßstäbe anlegen und muss das Haupteinsatzgebiet berücksichtigen – Outdoor Action am Tag.

Video

Klar, eine moderne Kompaktkamera muss auch Video können. Und zwar in Full-HD Auflösung 1080p mit 30 Bilder/s.

Auf der Kamerarückseite steht ein eigener roter Knopf zur Verfügung, mit dem jederzeit und aus jeder Einstellung heraus das Filmen gestartet werden kann.

Vorsicht ist beim Filmen geboten. Bei meiner bevorzugten „Kompaktkamerahaltung“ liegt der linke Zeigefinger über dem Mikrofon.

Als Kamera für Action-Freunde bietet die Video Funktion aber noch mehr und zwar Zeitlupenaufnahmen. Bei verringerter Auflösung kann mit bis zu 240 Bilder pro Sekunde gefilmt werden.
Wie das aussieht? Dazu habe ich verschiedene Videos aufgenommen.

Als erstes mal ein „normales“ Video in FullHD Auflösung

Die Zeitlupe mit 120 Bilder/Sekunde. Dabei ist nur noch eine Auflösung von 640×480 Pixel (VGA) möglich

Die Superzeitlupe, aufgenommen mit 240 Bilder/Sekunde. Jetzt ist nur noch eine QVGA Auflösung mit 320×240 Px möglich.

Technische Daten und Lieferumfang

Fach für Akku und Speicherkarte
Fach für Akku und Speicherkarte

Hier die wichtigsten technischen Daten in einer Kurzzusammenfassung:

  • Bildsensor 1/2.3“ CMOS mit 12 Megapixel
  • Objektiv 4x optischer Zoom 25 mm bis 100 mm bei Blende f/2.0 bis f/4.9
  • OLED Display 7,6 cm (3 Zoll) mit 610.000 Pixel Auflösung
  • 23 Aufnahmeprogramme und 11 Magic Filter
  • ISO Empfindlichkeit ISO 100 bis ISO 6400
  • Serienbildfunktion mit bis zu 15 Bilder/s (5 B/s bei voller Auflösung)
  • Video mit 1080p oder 720p im MOV (H.264) Format
  • High Speed Video mit 120B/s oder 240B/s im AVI Format
  • Abmessung: 111,5 x 66,5 x 29,1 mm
  • Gewicht: 230 Gramm

Neben der Kamera liegt im Paket noch folgendes Zubehör:

  • Ein Li-Ionen Akku vom Typ LI-90B.
    Als Zweitakku habe ich mir hier noch einen Patona Ersatzakku besorgt.
  • Ladegerät mit Kabelgewirr
    Ladegerät mit Kabelgewirr

    Das Netzteil mit USB Kabel
    Was mir nicht gefällt ist das Ladegerät. Hier setzt Olympus auf eine sehr sperrige Variante. Netzkabel zum einstecken in den Spannungswandler und dann weiter per Spezial-USB-Kabel zur Kamera. Warum kein Standard Mini- oder Micro USB Kabel? Da nutze ich doch lieber mein kompaktes USB-Steckernetzteil. Hat auch genug Power.

  • Trageschlaufe
  • Software CD und etwas Papier

Software

Olympus Viewer 3 Kartenansicht
Olympus Viewer 3 Kartenansicht

Olympus packt neben dem Tool zur Aktualisierung der GPS Hilfsdaten noch einen Bildbetrachter mit auf die CD. Über den Viewer 3 lassen sich die Bilder und Tracks auf den PC kopieren und verwalten.

Der direkte Import über das USB-Kabel in die Olympus Software läuft wegen USB 2 langsam ab. Besser die SD Karte herausnehmen und auf einen guten USB 3 Kartenleser zurückgreifen.

Insgesamt ist Olympus Viewer 3 kein Highlight und ich empfehle ein anderes Bildverwaltungstool einzusetzen. Auch die Karten- und Trackansicht ist nicht toll. Die Blickrichtung wird beispielsweise nicht in der Karte angezeigt.

Persönliches Fazit

TG-2 ist Wasserdicht
TG-2 ist Wasserdicht

Wer eine Kamera für Freizeit und Sport im Freien sucht, findet mit der Olympus TG-2 einen sehr guten Begleiter. Die Ausstattung ist für diese Kameraklasse gut. Die Menüführung ist gelungen und selbsterklärend.

Durch die Robustheit macht sie jeden Action Ausflug mit und schießt dabei richtig gute Fotos, solange man es mit den ISO Werten nicht übertreibt.

Das gefällt mir gut:
  • Gute Bildqualität
  • Klare Menüstruktur
  • Schnell Aufnahmebereit
  • Robust, insbesondere wasserdicht
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Ladegerät
  • Zu viele Aufnahmemodi

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Kommentare
picturesofme
Antworten

Danke für den Testbericht, er beachtet alle wichtigen Punkte und ist sehr ausführlich!
Ich bin auf der Suche nach einer neuen Kamera, die auch für den Outdoorbereich geeignet ist.

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