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Aokatec AK-G1s GPS Geotagger im Praxistest

Das Aokatec GPS Modul für Nikon Kameras bietet Geotagging mit Kompass. Ein kleines Gerät, kabellos und mit freiem Blitzschuh.

Aokatec AK-G1s
Aokatec AK-G1s

Der kleine GPS Geotagger AK-Gx von Aokatec ist derzeit der Preisbrecher im Markt der Nikon GPS-Empfänger.

Im Praxistest muss er zeigen, ob er auch technisch überzeugen kann.
Das Testgerät habe ich direkt vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen.

Erster Eindruck und Funktionsumfang

Lieferumfang AK-G1s
Lieferumfang AK-G1s

Geliefert wird der Geotagger zusammen mit einem Stück Schnur als zusätzliche Sicherung und einer Kurzanleitung auf Englisch.

Schraubsicherung am Stecker
Schraubsicherung am Stecker

Wichtigster Unterschied der neuen „G1s-Version“ ist die Befestigung an Kameras der Nikon Profi Linie mit dem 10-poligen Anschluss. Eine Schraubsicherung schützt den Geotagger vor versehentlichem Herausrutschen. Somit ist die Sicherungsleine überflüssig.

Insgesamt macht der Geotagger einen ordentlichen Eindruck. Kunststoffgehäuse ist wertig verarbeitet und der Schalter rastet satt.

Für Nikon Consumer Kameras stehen auch passende Versionen bereit. Diese schmiegen sich dann an die Seite der Kamera an. Alle Modelle findest du in der Geotagger Datenbank.

Als potenzieller Kunde sollte man allerdings beachten, dass der Geotagger aktuell nur direkt vom Hersteller (z.B. über eBay) aus Hongkong zu bekommen ist. Das kann zu Problemen mit dem Zoll führen. Auch im Garantiefall hat man keinen deutschen Ansprechpartner.

Montage und Inbetriebnahme

Sicherungsschraube schlecht zugänglich
Sicherungsschraube schlecht zugänglich

Der kompakte Geotagger wird direkt auf die Zubehörbuchse der Nikon Kamera gesteckt und mit der Schraubsicherung gegen Verlieren gesichert. Das ist zwar zwischen Geotagger und Kameragehäuse etwas fummelig, hält aber stabil.

Den Schalter auf ON, Kamera einschalten und schon fängt die GPS-Anzeige der Kamera an zu blinken. Egal was man jetzt an der Kamera macht, der Geotagger ist so lange aktiv, wie er eingeschaltet ist. Die GPS Einstellung der Nikon ist nicht entscheidend.

Kompass

Zusätzlich zum GPS Empfänger verfügt der Aokatec auch über einen elektronischen Kompass zur Bestimmung der Blickrichtung.

Die Kalibrierung gestaltet sich ziemlich nervig. Direkt nach dem Einschalten muss die Kamera innerhalb von 1-2 Sekunden um 180° gedreht werden. Wenn dann die grüne LED leuchtet, weiterdrehen, bis die LED schnell blinkt. Jetzt das Objektiv in Richtung Norden drehen und kurz liegen lassen, bis die LED langsam blinkt.

Soweit die Theorie. In der Praxis habe ich richtig viele Versuche gebraucht, um überhaupt in den Kalibrierungsmodus zu kommen.

Die Qualität des kalibrierten Kompass ist dann aber durchaus gut. Lediglich bei Hochkantfotos tritt eine nicht akzeptable Abweichung auf.

Testbild mit Blickrichtung (Karte: Google)
Testbild mit Blickrichtung (Karte: Google)

AK-G1s im täglichen Betrieb

Bis zum Ersten GPS-Fix hat es in zahlreichen Tests lange gedauert, zu lange, wie ich finde. Die Zeiten lagen im Bereich von 2 Minuten bis über eine viertel Stunde.

Auch später waren häufig falsche (veraltete) Positionen in den Bildern gespeichert, da kein aktueller Ort verfügbar war, schickt der Aokatec die letzte bekannte Koordinate an die Kamera.

Beim Stromverbrauch gibt es keinen Grund zur Beschwerde. Er bewegte sich im normalen Rahmen für Kamera mit GPS.

Kaum erreichbare Taste
Kaum erreichbare Taste

Mechanisch ist die einzige Einschränkung die schlechte Erreichbarkeit der Taste zur Blitzbelichtungskorrektur bei der Nikon D300. Auch in der Fototasche sollte es nicht zu eng zugehen.

Zubehör

Kabelfernauslöser am AK-G1s
Kabelfernauslöser am AK-G1s

Neben dem Geotagger gibt es als Extra noch den Kabelfernauslöser. Dieser ist mit dem 2,5 mm Klinkenstecker ausgestattet. Auch einen Schieber für Langzeitbelichtungen gibt es.

Stattdessen kann aber auch jeder andere 2,5 mm Fernauslöser eingesetzt werden.

Persönliches Fazit

Der AK-G1s ist angenehmen klein und leicht. Der Blitzschuh bleibt weiterhin nutzbar. Leider vergeht bis zum Ersten Fix zu viel Zeit. Auch im weiteren Tourverlauf ist die Genauigkeit nicht immer zufriedenstellend. Der Kompass ist sehr kompliziert zu kalibrieren, die Genauigkeit ist gut.

Alle die mit den genannten Schwächen leben können bekommen mit dem AK-G1s einen günstigen Geotagger.

Das gefällt mir gut:
  • Kompakte Größe
  • Schraubsicherung
  • Preis
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Lange GPS Startzeit
  • Komplizierte Kompasskalibrierung

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Kommentare
David R.
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Moin,
Danke für den Test. Uns hat er sehr geholfen und er kommt zeitlich perfekt. Wir haben uns jetzt aber dann doch für Dawntech-Variante entschieden. Meine Frau sagte bezüglich der Ungenauigkeit des AK-G1s „Wenn es nicht schnell geht, dann habe ich doch kein GPS-Gerät.“
Lieber Gruß,
David

Strandläufer
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Der AK-G1s ist ja ganz schön. Leider gibt es an der Nikon D800 das Problem, daß er nicht mit dem Tamron SP 24-70mm F/2. 8 Di VC USD harmoniert. Dieses sehr beliebte Objektiv hat genau an der Stelle an der der GPS Empfänger angebracht wird eine Ausbuchtung und läßt sich nicht installieren wenn der Aokatec GPS Empfänger installiert ist.
Ein anderes Problem ist, daß sich die Schraube nicht ganz eindrehen läßt. Aber selbst wenn Sie komplett eindrehbar wäre würde der Empfänger noch ca 0,2-0,3mm zu hoch stehen und auch zu weit zur Objektivfassung stehen. Hier wäre es wünschenswert, wenn der Hersteller ein Adapterkabel beilegen würde, damit man den AK-G1s z.B. auf dem Blitzschuh positionieren könnte.

Buntesegel
Antworten

Ich habe nun die Ausführung für die Nikon D7000/7100 erhalten und habe ihn natürlich sofort ausprobiert. Ich kann mich den obigen Hinweisen nur begrenzt anschließen. Vorab, ich benutze eine GPS für Reisefotografie.

Installation: die Kompensierung muss man etwas „üben“, bis man im echten Wortsinn „den Dreh raus“ hat, nämlich wie schnell man die Kamera drehen muss, damit der Aokatec merkt, dass er kompensieren soll. Nach ein paar mal weiß man es, da man die Routine nicht dauernd machen muss , ist das ok, bzw für eine Fluxgate Kompass noch erstaunlich schnell. Wichtig ist, den Nord-Abgleich am Ende zu machen, sonst behalten die Werte einen konstanten Fehler.

Kompass: Die Kompass braucht einen Moment um stabil zu werden, ist die Kamera ein paar Sekunden in konstanter Position wird es deutlich besser. Nach einer schnellen Bewegung sprang der Kompass bei mir leicht um ca 10 Grad hin und her, hatte er sich beruhigt waren es unter 5 Grad. Das sind mE sehr gute Werte, gerade für ein so kleineres Gerät. Klar, der Kompass liefert nur Werte, wenn die Kamera waagerecht gehalten wird. Wieviel „Neigungsfehler“ der GPS akzeptiert habe ich noch nicht gemessen.

Der GPS startet flott, jedenfalls nicht langsamer als meine bisherige Kombination aus unleash foolgraphy mit einem Holux Tracker. Das fand ich alles im „grünen Bereich“

Was mir aber Sorgen macht ist, dass der AK-G7 an der D7100 nicht plan anliegt sondern unnötig weit absteht und sich somit noch, wenn auch nur geringfügig, bewegen kann. Das mag ich gar nicht, weil ich die Buchse einer D80 mal mit einer eingesteckten Fernbedienung abgebrochen hatte. Das befürchte ich hier auch als Möglichkeit, was den großen Vorteil des unleash foolography Gerätes ausmacht (das sitzt „satt“ am Gehäuse). Der Aokatec ist sicher ein Fortschritt gegen die Kabelgeräte und er liefert nun Kompasswerte, aber der Sitz des Gerätes macht mir Sorgen gerade auf Reisen, wenn die Kamera dauernd in die Tasche/Rucksack kommt.

Der Preis, na der ist unschlagbar.

Bufo Bufo
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Guten Tag!
Angeregt durch die Tests hier, vor allem die positiv hervorgehobene Gehäusequalität im Vergleich zu di-gps, und die positiv erwähnte „Schraubverbindung“, habe ich ein Exemplar bestellt. Kam auch extrem schnell.
Das Fazit ist leider ernüchternd: der Aokatec lässt sich nicht sicher festschrauben. Zum einen ist der Schraubring unfassbar fummelig (ich habe keine dicken Finger), zum andern sitzt das Gerät auch bei völlig festgedrehter Sicherung recht wacklig und lässt sich ohne Kraftanstrengung rausziehen. Der Grund: die Schraubrillen im Schraubring sind viel zu wenig erhaben, sodass er einfach nicht fest im Gewinde sitzen KANN. Das ist schlicht zum Heulen, dass man an der Qualität eines so billigen und simplen Teils auch noch spart und damit der „glückliche“ Besitzer das Ding in die Tonne kloppen kann. So, wie’s ist, ist’s leider Schrott.

Generell finde ich es unglaublich, dass es praktisch KEIN Kamera-GPS gibt, dass nicht mechanische- bzw. Gehäuse-Fehler eingebaut hätte. Mir würde ja eines reichen für den Blitzschuh, ich verwende selten Blitze. Es muss auch nicht superklein sein, meine Nikon FX-Kameras sind es sowieso nicht. Aber praktisch keins hat ein simples Rändelrad wie die billigsten Blitze, um es im Blitzschuh festzuziehen, und speziell die di-GPS-Gerätchen rutschen sehr gerne aus dem Blitzschuh. Dafür haben die in der Regel feste, recht kurze und gut sitzende/wenig störende Kabel. Andere, die besser im Zubehörschuh sitzen, haben bescheuert undurchdachte Kabel, zu lang, Anschluß steht praktisch rechtwinklig vom (10-poligen) Nikon-Anschluss ab. Wieder andere haben Wechselkabel, die schon im GPS nicht fest sitzen und Probleme verursachen. Denkt da NIEMAND beim Design?

Viele Grüße

Matthias Schwindt
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Hallo und danke für dein Feedback. An welcher Kamera willst du es befestigen? Vielleicht wurde auch etwas geändert und hält deshalb nicht mehr wie an meiner D300.

Nicolas
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Ich habe mir speziell das Aokatek G7-Modul für meine Nikon D7200 angeschafft und habe leider überhaupt keine guten Erfahrungen gemacht. Das Teil hat nicht eine einzige Reise durchgehalten!

In der Praxis ist es ja so, dass eine Kamera auch einmal stärkere Stöße aushalten muss und ggf. auch mal hinfällt. Bei einem Städtetrip in Montréal ist mir die Kamera aus der Tasche auf eine Parkbank gerutscht (Fallhöhe vielleicht 20-30 cm) und direkt auf dem Modul gelandet. Sofort brach das Modul von der Kamera ab, sodass nur noch die Reste des Steckers in der Kamera steckten. Außerdem ist das Gehäuse des G7 abgeplatzt… das war leider ein Totalschaden. Für einen etwas rauheren Umgang kann ich daher das Modul nicht empfehlen

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