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Wintec WBT-202 GPS-Datenlogger im Praxistest

Im Praxistest muss der GPS-Logger mit u-blox 5 Chipsatz und Datenspeicherung auf microSD Karte zeigen, was er wirklich kann.

Der Wintec GPS Logger im Praxistest
Der Wintec GPS Logger im Praxistest

Für das trackbasierte Geotagging sind gute GPS-Logger besonders wichtig. Wintec bietet mit dem WBT-202 einen Geologger mit dem u-blox 5 Chipsatz und einer Datenspeicherung auf microSD Karte. Das eine sorgt für hohe Präzision, das andere für lange Aufzeichnungsdauer.

Im Review mit Test muss der WBT-202 zeigen, ob er wirklich ein „Super-Logger“ ist und wie praxistauglich die Funktionen für Geotagging und Outdoor sind.

Erster Eindruck

Der Geologger ist schön klein und mit 57 Gramm angenehm leicht. Für die Unterseite liegt ein Gummi zum selber aufkleben bei.

Softlack löst sich ab
Softlack löst sich ab

Die seitlichen Griffflächen sind gummiert und verleihen dem Gerät angenehme haptische Eigenschaften. Die Oberfläche fühlt sich durch Softlack angenehm samtig an. Leider löst sich bei mir dieser Lack nach zahlreichen Aufenthalten in diversen Taschen stellenweise ab.

Speicherkarte unter dem Akku
Speicherkarte unter dem Akku

Genial ist natürlich die microSD Karte unter dem Akku. Bis zu 2 GB große Karten passen rein. Das bedeutet dann ca. 134 Mio. Wegpunkte. Was über vier Jahre Daueraufzeichnung mit 1 Wegpunkt pro Sekunde entspricht.

Technische Daten

GPS-Chipsatzu-blox Antaris 5
Speicher intern260.000 Trackpunkte
Speichergröße
microSD
max. 2 GB
Trackpunkteca. 134 Mio
(bei 2 GB microSD)
Display
Waypointtaste
Akku1200 mAH
BL-5C kompatibel
Akkulaufzeit
Logger ohne BT
ca. 28 Stunden
AnschlussMini-USB
Größe64 x 40 x 17 mm
Gewicht (komplett)57 Gramm

Der getestete Logger wurde mir von Wintec Deutschland zur Verfügung gestellt. Firmware Version: 17.0

Akkulaufzeit

Wechselbarer Akku
Wechselbarer Akku

Bei der Stromversorgung vertraut Wintec auf einen wechselbaren Li-Ion-Akku (kompatibel zu Nokia BL-5C) mit 1200 mAh. Die damit erzielbaren Laufzeiten sind sensationell. Keine Testladung war unter 24 Stunden leer. Maximal erreichte ich knapp 30 Stunden Aufzeichnung mit einer Ladung.

Bedienung

Zwei Tasten, drei LEDs
Zwei Tasten, drei LEDs

Mit lediglich zwei Tasten gestaltet sich die Bedienung des Geotaggers recht einfach.

Über den linken Power Button wird durch längeren Druck (ca. 3 Sekunden) der Logger ein- und ausgeschaltet.

Die linke dauerhaft leuchtende LED zeigt das Suchen nach einer GPS-Position an. Ist die aktuelle Position gefunden, blinkt die linke LED.

Die mittlere, blaue LED zeigt die Bereitschaft zur Bluetooth-Verbindung an.  Speichert der Logger Daten, blinkt die mittlere LED Orange.

Mit dem rechten Knopf werden durch kurzen Druck Wegpunkte gesetzt. Bei einem längeren Druck (solange bis die grün leuchtende linke LED aus geht) wird ein neues Logfile begonnen.

Computerverbindung und Software

Mini-USB Anschluss
Mini-USB Anschluss

Der Wintec Logger verfügt über einen Mass-Storage-Device (MSD) Modus. Das bedeutet, er verhält sich am Computer wie ein USB-Stick.

Um in den MSD-Modus zu kommen den eingeschalteten Logger mit dem Computer verbinden und dann 3 Sekunden den Power Knopf drücken. Jetzt blinkt die mittlere LED orange und zeigt Datenverkehr an.

Aus dem Explorer oder Finder kann jetzt auf die Speicherkarte zugegriffen werden. Im Hauptverzeichnis liegt WBT_Tool.exe. Dieses Windows Programm wird für Logger Einstellungen und die Konvertierung der Tracks benötigt.

Beim Start des WBT Tools wird der letzte aufgezeichnete Track in einem Browser Fenster auf Google Maps Karten dargestellt. Das eigentliche Programm muss erst aus der Taskleiste geholt werden.

Wichtiger Hinweis:
Google hat vor Kurzem Änderungen an der Maps Anwendung vorgenommen und somit funktioniert die Kartenansicht bei älteren WBT Tool Versionen nicht mehr. Einfach das neueste Win-Tool (V 5.0) von der Webseite laden und auf die Speicherkarte kopieren.

TimeMachineX wird von Wintec zwar noch in Version 2.7.1 zum Download angeboten. Diese Software ermöglicht es die Daten aus dem GPS Logger auszulesen, Einstellungen vorzunehmen und Bilder mit Geotags zu versehen. Da das Programm in Verbindung mit der Speicherung auf SD Karte nicht wirklich benötigt wird, werde ich nicht weiter darauf eingehen.

Track aufzeichnen und für Geotagging vorbereiten

Um den Track für das Geotagging aufzuzeichnen, ist eigentlich nichts weiter zu tun als den Logger einzuschalten. Sobald ein GPS-Fix vorliegt, startet die Aufzeichnung.

Wieder zu Hause den Logger im MSD-Modus an den PC hängen und das WBT-Tool starten.

LOG Daten Transfer
LOG Daten Transfer

Auf dem zweiten Reiter „LOG Daten Transfer“ das gewünschte Logfile anhand des Datums auswählen und am besten ins universelle GPX Format konvertieren lassen. Ein rechter Mausklick ins unterste Feld öffnet den „Copy to…“ Befehl zum übertragen auf den eigenen Rechner.

Eine weitere Option besteht darin, einfach alle TES Dateien direkt vom Logger (aus dem Ordner „WBT202“) auf den Computer zu kopieren und dort mit alternativer Software zu nutzen.

Testrunde

Hier die Aufzeichnung mit Wegpunktabstand von einer Sekunde.

Alternative Software

Auch wenn der ganz normale Windows Explorer und das WBT Tool genügt, um an die Tracks zu kommen, gründe für sinnvolle alternative Software gibt es genügend. Speziell für Nutzer von Mac und Linux Rechnern.

  • Für den Mac geht die Empfehlung ganz klar an myTracks for Mac. Dieses Programm ist mehr als nur ein Tool zum Auslesen des Speichers. Trackverwaltung und Geotagging von Fotos sind auch mit dabei.
    → Mein Review
  • Tracks auslesen und in Standardformate funktioniert auch mit HoudaGPS auf dem Mac. → Mein Review
  • Auch GPSBabel kann die TES-Dateien in Standard-GPS-Formate umwandeln. Funktioniert auf Windows, Mac und Linux Systemen. → Mein Review
  • GeoSetter kann die TES-Files direkt für trackbasiertes Geotagging einlesen.
    → Geotagging Howto
  • Für Android gibt es zwar eine App – TES Convertor. Leider hat diese in meinen Tests nicht funktioniert. Nach einer Anfrage beim Entwickler will sich dieser das Problem ansehen und beheben.

Praxistipps und Einstellungen

Durch den riesigen Speicher ist es nicht mehr nötig, ausgeklügelte Regeln für die Aufzeichnung der Tracks zu erstellen. Am einfachsten das Aufzeichnungsintervall auf einen Wegpunkt pro Sekunde stellen.

Aber Vorsicht! Dabei lauert eine Falle. Trotz aktivem Zeitintervall ist der Geschwindigkeitsbereich noch aktiv. Und hier steht als Höchstgeschwindigkeit 100 (km/h). Bei einer Fahrt auf der Autobahn ist es mir selbst passiert, dass lediglich das Stück an einem Kreuz aufgezeichnet war. Beim Rest der Strecke war ich schneller als 100 km/h unterwegs. Beim Ändern der LOG Einstellungen hier gleich einen hohen Wert (maximal 2000 km/h) einstellen.

LOG Modus optimal einstellen
LOG Modus optimal einstellen

Eine weitere Falle lauert beim Bewegungssensor. Wird der Logger eine definierte Zeit nicht bewegt, so schaltet er sich automatisch in den Stand-by Modus. Das kann zwar unschöne „Wegpunkthaufen“ verhindern und die Akkulaufzeit noch weiter erhöhen. Aber die Empfindlichkeit ist nicht sonderlich hoch und kann nicht eingestellt werden. In der Hosentasche beim Wandern oder beim Mountainbike fahren sollte es keine Probleme geben. Bei einer Autofahrt auf guter Straße ist es mir schon passiert, dass sich der Logger ausgeschaltet hat. Besser gleich den Bewegungssensor im WBT_Tool ausschalten.

Geräte Einstellungen
Geräte Einstellungen

Persönliches Fazit

WBT-202 mit Speicherkarte
WBT-202 mit Speicherkarte

Dem perfekten Geologger kommt der WBT 202 schon sehr nahe. Er ist klein und leicht. Gleichzeitig ist die Akkulaufzeit enorm. Die GPS-Empfangsqualitäten sind top. Durch die Speicherung der Tracks auf microSD Karte steht quasi unendlich Speicher zur Verfügung, welcher über den MSD-Modus leicht ausgelesen werden kann.

Leider wird nicht in einem Standard GPS-Format (GPX oder NMEA) gespeichert, was eine Umwandlung nötig macht. Auch der Preis ist grenzwertig. Für ein paar Euro mehr gibt es bereits Outdoor Navigationsgeräte mit Farbdisplay und Kartenanzeige für ein deutlich größeres Anwendungsgebiet.

Das gefällt mir gut:
  • Riesiger Speicher
  • Lange Akkulaufzeit
  • Klein
  • Leicht
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Teuer
  • Kein Standard GPS Format

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Kommentare
Tim
Antworten

Hallo!

Vielen Dank für deinen Testbericht.

War für mich auch ein Kaufgrund für den Logger 🙂

Hast du vielleicht einen Tipp wie ich am besten im Flugzeug GPS aufzeichnen kann? Hilft es da mit den GPS Parametern herumzuexperimentieren?

Matthias Schwindt
Antworten

Gibt es den noch zu kaufen?
Zur Frage nach Tracking im Flugzeug kann ich dir nur sagen, dass Änderungen an den Einstellungen so gut wie nix bringen werden. Der Logger muss „einfach“ so nah wie möglich ans Fenster.

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