Navigieren / suchen



SmartShutter Bluetooth Fernauslöser für Nikon im Praxistest

Mit dem SmartShutter Bluetooth Empfänger wird die Kamera vom iPhone ausgelöst. Dazu noch Intervallaufnahme und internes Geotagging.

SmartShutter an der Nikon D300
SmartShutter an der Nikon D300

Der SmartShutter ist ein kompakter Bluetooth Empfänger, mit dem die Kamera vom iPhone oder iPad ausgelöst werden kann. Zusätzlich können Intervallaufnahmen angefertigt werden und Fotos bekommen mittels Geotagging Standortdaten hinzugefügt.

Um zu hohe Erwartungen gleich zu dämpfen: Der SmartShutter kann die Kamera nicht fernsteuern, also keine Blende oder ISO Einstellung ändern. Und schon gar kein Livebild übertragen.

Übrigens gibt es den SmartShutter auch für andere Kameras. Dann aber als loser Dongle mit wechselbarem Kabel, passend zur Kamera. Die Geotagging Funktion ist aber exklusiv für Nikon Kameras.

Bluetooth 4.0 Dongle
Bluetooth 4.0 Dongle

Bei dem getesteten Modell handelt es sich um den SmartShutter ZGR-2a. Geeignet für alle Nikon Spielreflexkameras der Profiserie (D2, D3, D4, D300, D700, D800, …) mit dem runden 10-poligen Zubehöranschluss (MC-30).
Modell ZGR-2b passt an die Nikon Consumer Kameras mit MC-DC2 Anschluss.

Das Testgerät war mit Firmware 1.0.22 ausgestattet und wurde mir von enjoyyourcamera.com zur Verfügung gestellt. Bei der iPhone App war zum Testzeitpunkt Version 1.6 aktuell.

Erster Eindruck und Funktionsumfang

In der Schachtel liegt neben dem Fernauslöser-Dongle lediglich eine Kurzanleitung in Englisch. Mechanisch fühlt sich der Dongle ordentlich an, wobei etwas Spiel zwischen Stecker und Gehäuse vorhanden ist. Sonderlich kompakt ist es nicht gebaut.

Mit dem SmartShutter kann fokussiert und ausgelöst werden. Ist die Kamera auf BULB Mode gestellt, kann das iPhone die komplette Belichtungssteuerung für längere Zeiten übernehmen. Zudem ist internes Geotagging möglich.

Mit welchen Smartgeräten funktioniert der SmartShutter?
Da auf die Strom sparende Bluetooth 4.0 Version gesetzt wird, engt das die Geräteauswahl ein. Kompatibel sind aktuell (Juli 2013) iPhone 4S und 5, iPad 3, 4 und mini sowie iPod touch 5.

SmartShutter als Standard Fernauslöser

Der einfachste Anwendungsfall ist das iPhone als kabellosen Fernauslöser zu nutzen.

Als Erstes wird auf dem Apple Gerät die kostenlose SmartShutter App benötigt.

SmartShutter & ZGR-2
SmartShutter & ZGR-2
Entwickler: Zesty Systems Inc.
Preis: Kostenlos
SmartShutter Dongle verbunden
SmartShutter Dongle verbunden

Dann den Dongle in die Zubehörbuchse stecken und mit der Sicherungsschraube gegen Herausfallen schützen.

Sobald die App gestartet wird, beginnt die Suche und mit der Kamera wird eine Verbindung hergestellt. Dank Bluetooth 4.0 passiert das ohne lästige Pairingcodes und zudem richtig flott. Übrigens verbinden sich iPhone und Kamera auch bei ausgeschalteter Kamera.

Zum Fokussieren und Auslösen der Kamera einfach den roten Punkt in die Mitte ziehen.

Alternativ zum Touchscreen lässt sich die Kamera auch über die Lautstärke-Tasten oder durch Schütteln fokussieren und auslösen.

Im Test auf freiem Feld löste die Kamera problemlos bis 50 Meter Entfernung aus. War das iPhone genau auf die Kamera ausgerichtet, konnte ich sogar eine Entfernung von 100 Metern erreichen. Im Haus war ein Stockwerk tiefer nichts mehr zu wollen. Die Decke schirmt zu sehr ab.

Noch ein Tipp: Da die Kamera den Bluetooth Dongle auch als GPS-Empfänger erkennt, bleibt der Belichtungsmesser in der Einstellung GPS Ruhezustand OFF immer aktiv. Das zieht den Akku unnötig schnell leer. Besser GPS Ruhezustand aktivieren.

Intervallaufnahmen mit Timer-Steuerung

Noch mehr Möglichkeiten bietet die Timer-Steuerung. Damit gelingen Zeitraffer Aufnahmen für Time-Laps Videos oder Stop-Motion Filme. Besonders nützlich ist das natürlich für Kameras, die im Gegensatz zu meiner Nikon D300 keine Funktion für Intervallaufnahmen mitbringen.

Einstellung Intervallaufnahme
Einstellung Intervallaufnahme

Variante 1 mit Belichtungssteuerung über die Kamera:

Für Bilderserien bei Tageslicht bleibt die Steuerung der Belichtung bei der Kamera. Ganz nach Wunsch die Blenden/Zeitkombination an der Kamera wählen und den Belichtungstimer der SmartShutter App auf 00:00:00 stellen. Im rechten Bereich (unterhalb von GPS) die Anzahl der Auslösungen, das Intervall und die Wartezeit bis zur ersten Aufnahme einstellen. Zum Starten der Serienaufnahme den roten Punkt in die „HALTEN“ Position ziehen.

Einstellung Belichtungstimer
Einstellung Belichtungstimer

Variante 2 mit Belichtungssteuerung über das iPhone:

Für Nachtaufnahmen oder Fotos mit starken Graufiltern mit Belichtungszeiten über 30 Sekunden bietet sich die Steuerung der Zeit per App an. Dazu an der Kamera in den Belichtungsmodus „M“ wechseln und die Belichtungszeit auf „bulb“ verlängern.

Neben dem Stoppuhrsymbol tippen und die Belichtungszeit einstellen. Anschließend wie bei Variante 1 den Timer einstellen. Wichtig ist hier, dass beim Intervall mindestens eine Sekunde mehr eingestellt ist als bei der Belichtungszeit.

Auch hier startet ein Ziehen in die „HALTEN“ Position die Serienaufnahme.

SmartShutter zum Geotagging

Aufgezeichneter Track für Geotagging
Aufgezeichneter Track für Geotagging

Bei den beiden SmartShutter Modellen für Nikon Kameras ist auch eine Übertragung der GPS-Daten an die Kamera möglich. So wird neben der Track Aufzeichnung in der App auch die GPS-Position vom iPhone per Bluetooth direkt an die Kamera übertragen und in die Exif Daten des Fotos geschrieben.

Mehr zum Thema Geotagging mit dem SmartShutter gibt es in einem separaten Artikel.

Persönliches Fazit

iPhone als Fernauslöser
iPhone als Fernauslöser

Besitzer eines modernen iOS Geräts bekommen für ca. 88 Euro mit dem SmartShutter eine coole Möglichkeit die Kamera aus der Ferne auszulösen. Dazu noch einige Zusatzfunktionen für Time-Laps-Videos und Geotagging.

Für Fernauslöserjobs auf dem Stativ ist die Größe und Stabilität des SmartShutter super. Um den SmartShutter permanent an der Kamera zu lassen ist er zu lang und steht ungünstig ab. Zum Transport ist der Dongle unbedingt abzunehmen.

Genial ist die Verbindung über Bluetooth 4.0. Schnell und problemlos aufgebaut und stabil auch über große Distanzen.

Die iOS App beherrscht die wichtigsten Funktionen. Die Oberfläche sollte intuitiver gestaltet werden. Es ist nicht klar erkennbar, was anklickbar ist. Zudem sollte die Übersetzung der Texte besser sein.

Das gefällt mir gut:
  • einfachste Kopplung
  • große Reichweite
  • internes Geotagging
  • Intervall leicht einzustellen
Das gefällt mir nicht so gut:
  • weit abstehendes Gehäuse
  • wenig intuitive App

Wie gut hat dir der Artikel gefallen?
1 - Gar nicht (Warum?)2 - Geht so...3 - Ganz ordentlich4 - Super Artikel5 - Genial! Mehr davon! (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

Jetzt bist du gefragt!

Gefällt dir dieser Artikel oder bist du anderer Meinung? Hast du Anregungen oder Ergänzungen zu diesem Beitrag? Dann freue ich mich auf deinen Kommentar.
Bitte bleibe fair und sachlich bei deinen Äußerungen. Sollte dein Kommentar nicht sofort erscheinen, ist er in der Warteschlange gelandet und wird meist zeitnah freigeschaltet.

Hinterlasse einen Kommentar

Name*

E-Mail* (wird nicht veröffentlicht)

Webseite