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gps4cam: Geotagging Komplettpaket für Smartphones im Praxistest

Geotagging mit einer beliebigen Digitalkamera und einem Smartphone. Das soll mit gps4cam ganz einfach zu bedienen sein. Im Praxistest muss die App zeigen, was sie halten kann.

gps4cam Startscreen
gps4cam Startscreen

Mit gps4cam steht ein kinderleicht zu bedienendes Komplettpaket für Geotagging mit Smartphone Unterstützung zur Verfügung.

Die GPS-Positionen werden mit der Smartphone App aufgezeichnet. Am PC oder Mac bringt dann ein kleines Programm GPS-Daten und Fotos zusammen.

Dabei zeigt sich gps4cam sehr flexibel. Smartphone Apps gibt es für Android und iOS (iPhone und iPad). Das Desktop Tool läuft auf PC und Mac. Da sollte für jeden das Passende dabei sein.

Zum Test war Version 6.1.8 auf einem HTC One Android Smartphone installiert.

Track mit dem Smartphone aufzeichnen

Nach dem Start der App erst das Aufzeichnungsintervall wählen und dann die „Fotoreportage starten“. Für das Intervall stehen 30 Sekunden, 5 Minuten oder 30 Minuten zur Auswahl. Dabei gilt: Je häufiger die Speicherung, desto genauer der Track. Damit verbunden aber auch ein höherer Stromverbrauch und umso kürzere Akkulaufzeit des Handys. In der Pro Version (nur für iPhone) kann das Intervall weiter verkürzt werden.

Noch energiesparender ist die Einstellung „Manuell“. Dabei wird durch Schütteln des Telefons die Standortbestimmung ausgelöst. Derartiges Stromsparen erfordert Disziplin. Vergisst man das Smartphone zu schütteln, fehlen die Ortsinformationen.

Während der Tour kann das Intervall auch noch geändert oder die gesamte Aufnahme pausiert werden. Die bisher zurückgelegte Route kann auf einer Karte verfolgt werden.

Aktive Aufzeichnung stoppen und exportieren
Aktive Aufzeichnung stoppen und exportieren

Am Ende der Fototour wird die Aufzeichnung mit dem „Export“ Button gestoppt. Warum kein Stop Button? Finde ich nicht ganz logisch. Egal – es wird jedenfalls ein QR-Code im Display angezeigt (bei längeren Touren auch mehrere) – dieser Code enthält die Zeitinformation und alle GPS Koordinaten als Track.

QR-Code abfotografieren
QR-Code abfotografieren

Den Code einfach mit der Kamera abfotografiert. Der QR-Code muss dabei nicht mal formatfüllend abgebildet sein. Wichtig ist, dass er scharf und vollständig zu sehen ist. Ein Screenshot vom Display bringt nichts, da so die Zeitinformation der Kamera fehlt. Denn die ist wichtig, um später die Differenz zwischen GPS-Zeit und Kamerauhr auszugleichen. So spart man sich ein synchronisieren der Uhren von Smartphone und Kamera und das Geotagging wird noch einfacher. Übrigens kann man sich mit dem Abfotografieren Zeit lassen. Selbst mehrere Stunden sind kein Problem, solange in der Zwischenzeit die Uhr in der Kamera nicht verstellt wurde.

Die aufgezeichneten GPS-Daten lassen sich auch direkt als GPX Datei exportieren und per E-Mail verschicken oder in die Dropbox hochladen. Schaut man sich so einen Track genauer an, stellt man fest, dass selbst bei Eingestelltem 30 Sekunden Intervall die Trackpunkte meist deutlich weiter auseinanderliegen. 50 bis 100 Sekunden sind ehr die Regel als die Ausnahme.

Fotos und Track zusammen bringen

Geotagging Desktop Tool
Geotagging Desktop Tool

Für das Zusammenführen wird ein kleines Tool von der gps4cam Webseite benötigt.

Geodaten erfolgreich hinzugefügt
Geodaten erfolgreich hinzugefügt

Alle Fotos von der Karte in einen Ordner auf den Computer kopieren und den Ordner im gps4cam Tool auswählen. Noch einen Ordner für die Ergebnisse angeben und „Go“ drücken. Nach einigen Sekunden sind die Aufnahmen mit Geodaten verknüpft.

Im gewählten Ausgabeordner befinden sich jetzt Unterordner für die getaggten Fotos, die Fotos mit den QR-Codes und den GPX-Tracks. Letzterer kann für Präsentationen der Reiseroute etwa in Google Earth genutzt werden.

Bei einigen Tests ist mir aufgefallen, dass gps4cam die Fotos einfach auf den nächstgelegenen Trackpunkt legt. Es erfolgt keine Interpolation zwischen den Wegpunkten. Ein Platzieren des Fotos zwischen zwei Koordinaten würde gerade bei den langen Intervallen zu besseren Ergebnissen führen.

Hier die Standard-Fahrrad-Runde mit Garmin Referenztrack und Fotos einmal mit gps4cam und einmal mit Garmin geocodiert. Sehr schön sind dabei dielangen Strecken zwischen den Wegpunkten und die teils erheblichen Abweichungen zu erkennen.

gps4cam: blau; Garmin: rot

Persönliches Fazit

Die Idee Track und Zeitinformation per QR-Code vom Smartphone zur Kamera und weiter an den Computer zu bringen finde ich genial.

Was mich stört, sind die (viel zu) langen Aufzeichnungsintervalle (ein Tribut an bessere Akkulaufzeiten) und das gewöhnungsbedürftige App-Design.

In jedem Fall gehört gps4cam zu den am einfachsten zu bedienenden trackbasierten Geotagging Systemen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden ob mehr Wert auf Genauigkeit oder auf einfache Bedienung gelegt wird. Liegt der Schwerpunkte auf Letzterem ist gps4cam in jedem Fall ein Kauftipp.

gps4cam
gps4cam
Entwickler: Michael Diguet
Preis: 2,69 €
gps4cam - Geotag Ihre Fotos
gps4cam - Geotag Ihre Fotos
Entwickler: SYSMIGO
Preis: 3,49 €
gps4cam Pro - Geotag Ihre Fotos
gps4cam Pro - Geotag Ihre Fotos
Entwickler: SYSMIGO
Preis: 4,49 €
Das gefällt mir gut:
  • Sehr einfach zu bedienen
  • Track Austausch per QR-Code
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Nur lange Zeitintervalle wählbar
  • Keine Interpolation
  • Gewöhnungsbedürfitiges Design

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Kommentare
Jelto Buurman
Antworten

Hallo,

läuft Google Maps Navigation weiter, wenn man gps4cam benutzt?
Kann man die Tracks auch mit Lightroom zurechnen?

Besten Dank

Matthias Schwindt
Antworten

Mehrere Apps können (bei Android) gleichzeitig auf GPS Daten zugreifen. Navigation und gps4cam gehen also gleichzeitig. In dem Fall wäre aber eine andere Logger App (MeineTracks) sinnvoller.

Lightroom kann die gps4cam Tracks laden.

Jelto Buurman
Antworten

Danke, dann probier ich das mal.

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