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GPS und Geotagging mit der Nikon D5300 im Detail

Der GPS Empfänger ist bei der Nikon D5300 integriert. Wie gut ist die Empfangsleistung? Taugt das A-GPS was und wie funktioniert der Track Logger? Review mit allen Infos zum Geotagging.

Nikon D5300
Nikon D5300

Im Review der Nikon D5300 bin ich bereits kurz auf eines der Alleinstellungsmerkmale der neuesten Nikon Kamera, den eingebauten GPS Empfänger, eingegangen.

In diesem Artikel geht es um die Details der Geotagging Funktion mit dem eingebauten GPS Empfänger.

GPS Position im Foto

Systemmenü – Positionsdaten
Systemmenü – Positionsdaten

Zum Pflichtprogramm beim Foto Geotagging gehört das Hinzufügen von Längen- und Breitengraden sowie Höheninformationen. Sowohl für JPG als auch RAW Dateien erfüllt die Nikon D5300 das.

Bester GPS Empfang
Bester GPS Empfang

Dazu im Systemmenü unter Positionsdaten das Aufzeichnen der Positionen aktivieren. Auf dem Info-Screen oder während der Live-View Ansicht wird mit einem kleinen Satellitensymbol über den GPS-Empfang informiert.

Kommen wir zur Kür: Richtungsinformation und Koordinatenpuffer.

Ohne eingebauten Kompass muss die D5300 bei der Richtungsinformation passen. Finde ich nicht ganz so schlimm, wäre aber schön gewesen.

Viel schlimmer ist der fehlende Koordinatenpuffer. Ist bei einem Foto mal der GPS Empfang unterbrochen, beispielsweise in einem Gebäude, so bleiben die Positionswerte leer. Hier müsste eigentlich gelten: „Besser eine schlechte Koordinate als keine Position“.

Zusammenfassung: Das eingebaute Geotagging System der Nikon D5300 bietet bis hierher nicht mehr als mit dem externen Nikon GP-1 möglich ist.

Positionsdaten im Video

Bei aktivem GPS werden auch Video Dateien mit Positionsdaten versehen. In die Exif-Daten wird der Ort, an dem die Aufnahme gestartet wurde geschrieben. Wird die Kamera während der Aufnahme bewegt, lässt sich die zurückgelegte Strecke nicht aus den Videodaten erschließen.

Anzeige der GPS Daten

So werden die Geodaten angezeigt
So werden die Geodaten angezeigt

Um die Koordinaten auf dem Display kontrollieren zu können, muss im Wiedergabemenü unter „Opt. für Wiedergabeansicht“ der Punkt „Aufnahmedaten“ aktiviert werden.

Schnellere Position dank A-GPS

A-GPS Daten werden aktualisiert
A-GPS Daten werden aktualisiert

Dank dem Assisted-GPS Feature, findet die Kamera deutlich schneller eine Position. Wir erinnern uns: Kamera ohne A-GPS kann schon mal 15 Minuten suchen.

Dabei werden vorausberechnete Bahndaten quasi als Satelliten-Fahrplan gespeichert und der Empfänger weiß, wo er Satelliten finden kann.

Mit aktuellen Daten findet die Nikon D5300 eine gültige Position im Freien normalerweise nach etwa 8 bis 15 Sekunden, so meine bisherigen Erfahrungen und Messungen.

Die A-GPS Daten gibt es auf der Nikon Website zum Download. Ein Datensatz enthält die Informationen für 28 Tage. Mit einem Aktualisierungsvorgang können die Daten für 14 Tage auf die Kamera übertragen werden. Ein vierwöchiger Urlaub kommt somit ohne Download unterwegs aus. Allerdings muss zur Halbzeit der Datensatz erneut importiert werden.

Gültigkeit der A-GPS Daten kontrollieren
Gültigkeit der A-GPS Daten kontrollieren

Die Gültigkeit wird im Menü unter „GPS-Optionen“ – „A-GPS-Daten aktualisieren“ angezeigt.

Stecke mit dem Logger aufzeichnen

GPS Logger Einstellungen
GPS Logger Einstellungen

Nicht nur wissen, wo einzelne Bilder aufgenommen wurden, sondern auch die ganze Strecke noch mal auf einer Karte anschauen können. Dafür ist die Aufzeichnung der Route geeignet. Mit dem integrierten Logger bietet die Nikon D5300 diese Funktion an.

Aufgezeichnet wird wahlweise im 15, 30 oder 60 Sekunden Intervall. Um zu verhindern, dass die Log-Funktion vergessen wird und den Akku komplett leer saugt, wird die Aufzeichnungsdauer bereits beim Aktivieren auf 6, 12 oder 24 Stunden begrenzt. Die Aufzeichnung läuft auch bei ausgeschalteter Kamera weiter.

Die Tracks legt die Kamera auf der SD-Karte im Ordner „NIKON/GNSS“ im NMEA Format ab. Die Dateiendung lautet LOG, mit der die meisten GPS-Programme aber nichts anfangen können. Einfach die Dateiendung in NMEA umbenennen und es funktioniert. Versteht das Tool kein NMEA bleibt immer noch der Weg über GPSBabel um eine GPX Datei zu erzeugen. Wie das geht, habe ich in einem How-To gezeigt.

In der Praxis machen die Logs einen guten Eindruck. Nach anfänglichen Ausreißern läuft der Track anschließend ausreichend genau. Egal ob die Kamera am Trageriemen hängt, in der Fototasche verstaut ist oder im Beifahrerfußraum des Autos liegt.

Hier mal ein Demo-Track:

Nikon D5300 mit Kompass

In das Gehäuse ist nur ein GPS Empfänger eingebaut. Soll auch die Blickrichtung während der Aufnahme mit ins Bild geschrieben werden, so ist ein externes GPS Gerät mit Kompass nötig. Einen Bericht mit dem Solmeta Geotagger Pro 2 an der Nikon D5300 gibt es hier.

Persönliches Fazit

GPS im Kameragehäuse
GPS im Kameragehäuse

Der Schritt hin zu GPS im Kameragehäuse ist gut und richtig. Die Vorteile gegenüber der bisherigen Nikon GP-1 Lösung sind: kein Zusatzgerät mit Kabel, A-GPS Unterstützung und der Track-Speicher.

Die Log Funktion ist gut umgesetzt und durch die Begrenzung der Gesamtlaufzeit wird man vor einem regelmäßig leergesaugten Akku bewahrt.

Leider hapert es bei der GPS Umsetzung. Startzeit ohne A-GPS zu langsam, umständliches A-GPS Update und der fehlende Kompass. Am meisten vermisse ich allerdings den Koordinatenpuffer, so bleiben zu viele Bilder ohne Position.

Mein Fazit fällt recht ernüchternd aus. Nikon hat es mit der schlechten Firmware verpasst, zu zeigen welches Potential im Geotagging steckt.

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Kommentare
Cassiopeia
Antworten

Wie immer toller Beitrag.

Aber das hier kann ich nicht teilen:
„Viel schlimmer ist da der fehlende Koordinatenpuffer. Ist bei einem Foto mal der GPS Empfang unterbrochen, beispielsweise in einem Gebäude, so bleiben die Positionswerte leer. Hier müsste eigentlich gelten: “Besser eine schlechte Koordinate als keine Position”.“

Ich finde einen ABSCHALTBAREN(!!!) Puffer als beste Lösung, denn MICH(!) interessieren keine falschen Positionsdaten in den Bergen, nur weil an der Ecke grade kein Empfang war. Da passiert es schon öfter daß man am Foto Gipfel sieht die man von der gespeicherten Position niemals sehen könnte.
[Zitat]“Hier müsste eigentlich gelten: “Besser“ [Zitat Ende] KEINE schlechte Koordinate als IRGENDeine ALTE ABER FALSCHE Position”.“

Ist aber nur MEINE Meinung.
Beste Grüße!

Wolfgang Prietzel
Antworten

Ja, ich habe meine D7000 gegen die D5300 eingehandelt und mit ein Hauptgrund war das eingebaute GPS und das Gewicht, weil ich viele Kurz- und Städtereisen mache. Ich bin 67 Jahre und fotografiere seit meinem 16 Lebensjahr intensiv und war schon immer ein Nikonfan, also ich kenne mich aus und mache heute noch im Monat ca. 500 Fotos und zahlreiche Filme die ich für meine Reiseberichte verwende. Ja, und jetzt zu meiner neuen D5300 und dem eingebauten GPS.

Also wenn ich in einer Altstadt wie Rothenburg, Regensburg oder auch Colmar unterwegs bin muss ich sehr oft auf ein GPS-Signal warten und oft geht Garnichts trotz vorherige Einlesung der A-GPS Daten. Das mitgeführte Bilora – GPS- Austeckgerätgerät für die Nikon P7700 hat da Dauererfolg mit wenigen Ausnahmen und ebenso meine TOMTOM externe Autonavigation. Bei fast jeder Aufnahme ist warten und Geduld angesagt, während mein TomTom schon längst die Position im Display anzeigt und selbst in Kirchen stehen da manchmal noch Ortsangaben. Wandert man über Land siehst die Bereitschaft zur Datenaufzeichnung auch nicht viel besser aus besonders bei bewölkten Himmel oder auch leichter Bewaldung. Der Empfang von GPS-Daten ist einfach zu unempfindlich und bei meiner Kamera für die Praxis kaum einsetzbar, da sollte bei Nikon nachgebessert werden oder ich habe ein Montagsmodell?

Matthias Schwindt
Antworten

Im Prinzip gebe ich dir Recht, das Nikon GPS in der D5300 ist nicht super Empfindlich.
Fairerweise müsstest du aber das TomTom zwischen jedem Foto ausschalten oder die Nikon durchlaufen lassen.
Denn geht der Belichtungsmesser in den Schlafmodus ist GPS aus und muss für das nächste Bild wieder gesucht werden.

Gerd Fischer
Antworten

Auch ich habe mit der Coolpix P330 sehr ähnliche Erfahrungen gemacht. Verglw. zu Sony (zB HX10) ist der GPS-Empfang (auch mit A-GPS) außerst schlecht, da zu träge. Auch der Aktualisierungszwang der A-GPS-Datei jede Woche extrem aufwändig u. wenig praxistauglich.
Ich werde deshalb keine D5300 kaufen u. mich weiterhin mit der D5100 begnügen.
Die GPS-Modelle von Sony sind denen von Nikon offensichtlich bei weitem überlegen.
Für Fotografen, die GPS-Funktionen wirklich nutzen wollen, ist Nikon keine Empfehlung, solange dieses Manco besteht.

Alexis
Antworten

Toller Bericht, ich habe mir gerade eine D5300 bestellt. Dann scheint die GPS Funktion ja nicht wirklich das Beste an der Kamera zu sein. Schade eigentlich. Naja ich werde dann alle Funktionen selbst testen und entscheiden, ob es mir für meine Zwecke reicht.

Peter
Antworten

Leider kann ich nur bestätigen, dass der GPS-Empfang mit der D5300 grottenschlecht ist.
Bis vor einem Monat benutzte ich das Nikon GP-1 GPS mit einer D5200.
Das funktionierte recht gut. Beim Wechseln des Standortes ging es ca. 2Minuten, dann war der Empfang da. Nach dem Wiedereinschalten der Kamera brauchte es nur noch ein paar Sekunden.
Am Wochenende war ich mit der D5300 unterwegs. Ich hatte einen vollkommen freien Horizont (keine Bäume, keine Berge, bedeckter Himmel).
Ich liess die Kamera während ca. 1 Stunde eingeschaltet. Zwischendurch hatte ich 2-3 mal Empfang, nach ein paar Sekunden war er aber immer wieder weg.
Leider muss ich jetzt trotzdem das GP-1 wieder herumschleppen, da der eingebaute GPS-Empfänger so unbrauchbar ist.

Matthias Schwindt
Antworten

Vielen Dank für deinen Bericht.
Wenn du statt dem internen GPS der D5300 selbst den GP-1 vorziehst, was würdest du dann erst zu einem richtig guten Geotagger sagen? Schau dir mal die Tests zu di-GPS ECO oder Solmeta Pro2 an.

Langner Bernd
Antworten

Leider ist der Solmeta Pro zwar sehr genau und elektronisch sehr gut, aber mangelhaft verarbeitet.
So quellen nach kurzer Zeit die Gummiknöpfe heraus.
Dadurch lässt er sich nicht mehr richtig abschalten.
Die LCDs der Postionsdaten sind teilweise defekt (Anzeige unvollständig).
Die ist auch kein Montagsgerät, sondern grundsätzlich so (habe schon das 2.)
Warum achtet man bei so einem teurem Gerät nicht mehr auf die Mechanik?
Zeigt zwar immer noch sehr gut an aber lesen lassen sich die Zahlen auf dem Display kaum noch.

Peter Mitschke
Antworten

Hallo,

welcher di-GPS Logger paßt an die D 5300?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Peter Mitschke
Antworten

Hallo, Herr Schwindt,

vielen Dank für die prompte Anwort.

Die Dawntech GPS M3-L-55 und auch M3-DC-55 haben auf der Abbildung einen runden Anschluss, keinen Stecker.
Wo soll das an der D 5300 passen?

Viele Grüße

Peter Mitschke

Matthias Schwindt
Antworten

Ganz einfach. Ich habe kein anderes Bild. Die Consumer Version wird natürlich mit dem passenden Stecker geliefert.

Peter Mitschke
Antworten

Guten Tag, Herr Schwindt,

vielen Dank für Ihre Hilfe.

Ich habe mich für Dawntech di-GPS ECO Summer M entschieden.

Beste Grüße

Peter Mitschke

Thaddäus
Antworten

Guten Tag,
der Bericht ist wirklich super. Ich habe mir vor kurzem die Nikon D5300 gekauft und bin recht neu im Segment. Vielleicht könne Sie mir helfen? Wenn ich meine Bilder im Viewx auf dem Mac anschaue zeigt es mir die GPS daten an, aber auf der Kamera bekomme ich die Anzeige der GPS daten nicht hin obwohl ich die Wiedergabe aktiviert habe, gibt es da noch eine Knopf den ich zur Info drücken muss? Des weiteren ist es normal das fotos über Live view einen so lange dauern?

BG

Matthias Schwindt
Antworten

Blättere bei der Anzeige mit den Hoch- Runtertasten durch die verschiedenen Anzeigen. Eine davon zeigt die GPS Informationen an.
Ja, im Live View dauert alles etwas länger.

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