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Panasonic HC-X929 Camcorder im Praxistest

Drei CMOS Sensoren sollen im Panasonic HC-X929 Camcorder für tolle Bilder sorgen, während eine hochwertige Ausstattung das kreative Filmen unterstützt. Im Review wird sich zeigen ob das stimmt.

Sowohl für private Videos als auch für künftige Video-Beiträge hier im Blog bin ich derzeit auf der Suche nach dem passenden Camcorder.

Erster Kandidat im Camcorder Vergleichstest ist der Panasonic HC-X929, laut Webseite ein „HD Camcorder für ambitionierte Filmer“.

Ausstattung und Funktionen

Verwirrende Videoformate
Verwirrende Videoformate

Der Camcorder zeichnet Videos im AVCHD-oder im iFrame-Format auf. In FullHD Auflösung, mit bis zu 50 Vollbildern pro Sekunde und einer maximalen Datenrate von 25 Megabit pro Sekunde. Die Bezeichnungen der angebotenen Video-Qualitätsstufen finde ich verwirrend. Was sich genau hinter „1080/50i – HAi920“ verbirgt bleibt unklar. Selbst das PDF-Handbuch gibt hier keine genaue Auskunft. Am besten also auf 1080/50p stellen und mit der bestmöglichen Qualität aufnehmen.

Ein Sucher ist vorhanden aber nicht besonders angenehm zu bedienen. Der Einblick ist nur gerade möglich und eine bequeme Gummi-Augenmuschel fehlt. Vielleicht gewinne ich ihn im Sommer, bei grellem Sonnenlicht, mehr zu schätzen.

Wi-Fi Funktionsumfang
Wi-Fi Funktionsumfang

WLAN ist in den Camcorder eingebaut und wird über eine eigene Taste gestartet. Als Funktionen werden Fernbedienung (vom iPhone oder Android Gerät), DLNA Wiedergabe, UStream Live Cast und eine Überwachungsfunktion angeboten. Mehr zu den Wi-Fi Funktionen des X929 in einem späteren Artikel.

Audio Buchsen
Audio Buchsen

Bei den Anschlussmöglichkeiten ist alles da, was (für mich) wichtig ist. Vorne rechts 3,5 mm Buchsen für Mikrofon und Kopfhörer. Ein Zubehörschuh wird mittels Adapter an der rechten Seite angebracht.

Haptik und Bedienung

Objektivring und Camera Function Taste
Objektivring und Camera Function Taste

Mit seinen 482 Gramm Gewicht im betriebsbereiten Zustand liegt der X929 angenehm in der Hand. Die wichtigsten Bedienelemente sind gut erreichbar.

Direkt am Objektiv sitzt ein Multi-Einstellring. Im iA Modus dient er als manueller Zoomring und erlaubt feinere Zoombewegungen als über die Zoom-Wippe. Der Ring lässt sich leicht drehen, bietet aber trotzdem ein sattes Gefühl.

Über die Zoomwippe kann ohne zusätzliche Einstellung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten (je nachdem wie weit der Hebel zur Seite bewegt wird) gezoomt werden. Mit etwas Gefühl gelingen so auch langsame Zoomfahrten. Noch gleichmäßigere Zoomfahrten gelingen über das Menü mit den Buttons „T“ und „W“.

Pixeliges Menü
Pixeliges Menü

Beim ersten Start des Menüs fällt sofort die pixelige Grafik auf. Das erinnert mich an Computerspiele aus dem letzten Jahrtausend. Am Monitor liegt es aber anscheinend nicht. Der löst mit über 1 Mio. Bildpunkten bei einer Diagonale von 3,5 Zoll sehr ordentlich auf.

Objektiv und Bildqualität

LEICA Objektiv
LEICA Objektiv

Das verbaute Objektiv stammt von LEICA und besitzt einen Brennweitenbereich von 2,84 mm bis 34,1 mm. Auf Kleinbildformat umgerechnet gibt Panasonic einen Bereich von 29,8 mm bis 399,2 mm an. Das ergibt einen 12-fach optischen Zoom. Die Anfangs-Blendenöffnung liegt bei ordentlichen f/1.5 und geht in Telestellung auf f/2.8 zurück.

Durch die Objektiv Information wird die Werksangabe der Sensorgröße infrage gestellt. Der Sensor soll eine Größe von 1/2.3 Zoll besitzen. Das Vorgängermodell X909 war mit 1/4.1 Zoll Sensor ausgestattet und besaß identische Objektivwerte. Es liegt also nahe, dass lediglich eine kleinere Fläche vom Sensor (ca. 1/4,1 Zoll) für Videoaufnahmen verwendet wird.

Besonders wichtig bei einem Camcorder ist mir der Weitwinkelbereich. Mit knapp unter 30 Millimetern besitzt der X929 einen praktikablen Weitwinkel.

Auch bei schwacher Beleuchtung mit Kunstlicht werden Motive hell und mit vielen Details wiedergegeben, das Bildrauschen hält sich dabei in Grenzen. Bei Tageslicht zeigt der Camcorder mit scharfen und detailreichen Aufnahmen die volle Leistungsfähigkeit seiner drei Sensoren. 

Insgesamt bin ich mit den Aufnahmen im 50p Modus sehr zufrieden. Der automatische Weißabgleich trifft sehr gut. Das Video Material ist auch bei wenig Licht sowohl draußen als auch im Raum noch gut zu gebrauchen.

Der X929 Camcorder in der Praxis

Wichtigste Einstellung nach dem Einschalten ist das Ausschalten der Tonignale. Dieses „Bling“ und „Piep“ bei jeder Gelegenheit nervt einfach nur.

SD Speicherkarte
SD Speicherkarte

Als Aufnahmemedium nutze ich eine SanDisk Extreme SD Speicherkarte mit 32 GB. Das ist eine Class 10 SDHC Karte mit 45 MB/s Transfergeschwindigkeit. In 1080/50p Qualität passen knapp 3 Stunden Video drauf.

Manueller Belichtungsmodus
Manueller Belichtungsmodus

Filmen im manuellen Modus.
Das manuelle Menü finde ich sehr gewöhnungsbedürftig, um nicht zu sagen schlecht umgesetzt. Über die Taste zwischen Objektivring und Display wird die manuelle Kontrolle aktiviert. Fokus, Weißabgleich, Shutter-Speed (Belichtungszeit) und Blende/Gain können angepasst werden. Die wichtigste Einstellung, die Blende, verändert sich aber automatisch, sobald ein anderer Wert angepasst wird. Auch in weiteren Situationen ist es mir mehrfach passiert, dass die Blende auf Automatik zurückgesetzt wurde. So stelle ich mir keinen manuellen Belichtungsmodus vor! Eingestellte Werte haben so lange unverändert zu bleiben, bis ich sie verstelle oder in den Automatik Modus umschalte.

Besser sieht es da beim manuellen Fokus aus. Hier gefällt mir die gute Steuerung über den Objektivring und die deutliche Peaking Anzeige der scharfen Bildbereiche auf dem Monitor.

Noch ein paar Worte zum Akku und zur Laufzeit. Der Akku mit 1250 mAh Kapazität soll laut Anzeige für 1 Stunde 23 Minuten reichen. Nach meinen bisherigen Erfahrungen kommt das auch ganz gut hin. Der Akku wird mit einem Netzteil im Camcorder geladen. Hier vermisse ich eine externe Ladeschale. Für intensiveres Filmen ist ohnehin ein größerer Ersatzakku zwingend nötig. Mit der externen Ladeschale kann so geladen werden, während der Camcorder weiter aufzeichnet.

Persönliches Fazit

Panasonic HC-X929
Panasonic HC-X929

Wer ohne tiefere manuelle Einstellmöglichkeiten auskommen kann, findet mit dem Panasonic X929 einen Camcorder mit toller Bildqualität und guter Ausstattung. Das Ganze noch zum wirklich attraktiven Preis. Wenn man sich an das „80er-Jahre-Pixel-Menü“ gewöhnt hat, kann man auch damit leben. Wichtiger ist schließlich die Bildqualität. Und hier liefert der X929 im Automatik Modus hervorragendes Videomaterial ab, auch wenn das Licht mal nicht so toll ist.

Das gefällt mir gut:
  • Sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis
  • Guter Weitwinkelbereich
  • Top Bildqualität
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Pixeliges Menü auf dem Bildschirm
  • Manuelle Belichtungsfunktionen
  • Kleiner Standard Akku

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Kommentare
Wolfgang
Antworten

Hallo,
habe mir diesen Camcorder gerade zugelegt und vermisse sehr, dass es zu diesem Gerät keine Okularmuschel gibt. Ist vielleicht eine Muschel anderer Geräte kompatibel ?

MfG
Wolfgang

Otto
Antworten

Das herausziehbare Okular ist meist nicht zu gebrauchen.Wenn man am Okular die Dioptrien einstellt, danach den Sucher wieder einschiebt und später wieder herauszieht, ist die Einstellung verändert, da die Eistellschraube seitlich streift und sich dabei verstellt.

Die Automatische Belichtung ist sehr langsam .Beim Verfolgen eines Darstellers vom Innen in den Aussenbereich bzw umgekehrt, dauert es oft 2 Sekunden, bis die Belichtung wieder passt.
Die Gebrauchsanweisung ist extrem schlecht und verwirrend.
Ich habe noch immer nicht kapiert, worin der Unterschied zwischen „iA“ und „iA+“ besteht. Wenn „iA“ die Automatik Einstellung ist, warum sind die Aufnahmen so grau und wenn man über den Knopf „Kamera Function“ die Belichtung anders einstellt, habe ich keine Ahnung, wann und warum sich irgend wann die Einstellungen wieder zurück stellen. Alles ist absolut undurchsichtig. Ich mache des öfteren einen Weissabgleich, aber die Werte verstellen sich im nu.
Es scheint keinen wirklichen Automaticmodus zu geben, wo die Farben leuchten und nicht grau sind.
Die Einstellmöglichkeiten sind theoretisch vielfältig, aber beim Filmen in der Praxis meist sehr umständlich einzustellen und durch die langsame Belichtungsautomatik verliert man den Überblick, ob die Einstellungen vom Gerät angenommen wurden oder nicht.

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