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Drahtloses Lightroom Tethered Shooting mit mobilem USB-Sender

Fotos direkt nach Lightroom übertragen oder die Kamera aus der Ferne steuern. Alles praktische Sachen, wenn da nicht das USB-Kabel wäre. Schafft dieser USB-Sender Abhilfe?

USB-Sender: erster Prototyp
USB-Sender: erster Prototyp

Du willst deine Bilder direkt an Lightroom schicken? Oder soll die Kamera vom PC gesteuert werden? Dabei stört dich das USB Kabel? Dann mach jetzt Schluss mit der Stolperfalle USB-Kabel!

In diesem Artikel möchte ich euch den Prototypen meines mobilen USB-Senders für die Kamera Fernsteuerung vorstellen. Basis dafür ist der scheckkartengroße Raspberry Pi Mini-Computer.

Für die Software auf dem PC sieht es dann so aus als hängt die Kamera direkt am USB-Port. Der hier gezeigte USB-Server funktioniert somit nicht nur für Tethered Shooting mit Lightroom, sondern mit jedem Programm, das eine USB-Verbindung nutzt.

USB Sender für die Kamera

Basis des mobilen USB-Servers bildet ein Raspberry Pi (Modell B) für ca. 30 Euro.

Die restliche Einkaufsliste umfasst:

Zur Einrichtung wird noch eine Tastatur-Touchpad Kombination und ein LAN Kabel benötigt. Als Bildschirm kann auch ein Fernseher dienen.

Einrichtung und Inbetriebnahme

Ist die Hardware zusammengebaut, fehlt noch das Betriebssystem und die Server Software.

NOOBS Lite laden
NOOBS Lite laden

Auf der RaspberyPi.org Seite die NOOBS Lite (New Out Of Box Software) als ZIP Datei herunter laden, entpacken und auf eine frisch formatierte SD Karte kopieren.

Beim ersten Start sollte der RasPi per LAN Kabel mit dem Internet verbunden sein. Als Betriebssystem „Raspbian“ wählen und den Installationsdialog durchgehen.

Auf dem RasPi anmelden (User: pi; Passwort: raspberry) und mit „startx“ die grafische Benutzeroberfläche starten.
Dort das heimische WLAN einrichten.

Jetzt geht es an die Installation des USB-Servers von VirtualHere.

In einer Konsole (oder über SSH) folgende Befehle eingeben.

wget http://www.virtualhere.com/sites/default/files/usbserver/vhusbdarmpi
sudo chmod +x ./vhusbdarmpi
sudo mv vhusbdarmpi /usr/sbin
wget http://www.virtualhere.com/sites/default/files/usbserver/scripts/vhusbdpin
sudo chmod +x ./vhusbdpin
sudo mv vhusbdpin /etc/init.d
sudo update-rc.d vhusbdpin defaults
sudo reboot

Nach dem Neustart ist der Raspberry Pi bereit USB-Signale per WLAN weiter zu geben.

Empfänger Software und Treiber installieren

Client Software
Client Software

Auf dem Rechner muss die Empfänger Software installiert werden. Diese gibt es sowohl für Windows als auch für Mac zum Download beim Hersteller. Die einzelnen Installationsschritte erspare ich mir hier.

Vorbereitungen und Inbetriebnahme

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, das neue Wireless USB-System mit Lightroom zu testen.

Vorbereitung der Kamera:

Raspberry Pi und mobile Stromversorgung
Raspberry Pi und mobile Stromversorgung

Ich befestige den RasPi mit dem Akkupack auf einem Smartphone Halter mit Blitzschuhbefestigung. Wer die Kamera nicht noch schwerer machen will, kann auch alles in eine Gürteltasche packen und die Kamera mit einem USB-Spiralkabel anschließen.

Sobald der Strom zum RasPi eingeschaltet wird, fährt der USB-Sender hoch.

Kameraseitig war es das jetzt mit den Vorbereitungen.

Lightroom Vorbereitungen am PC:

VirtualHere Icon (links)
VirtualHere Icon (links)

Sobald die VirtualHere Client Software gestartet wurde, findet sich im Infobereich der Taskleiste ein neues Symbol. Die Suche nach USB-Sendern beginnt auch sofort.

Kamera ist drahtlos angekoppelt
Kamera ist drahtlos angekoppelt

Der Sender an der Kamera taucht als „Raspberry Hub“ innerhalb der USB Hubs auf. Dort ist auch die Kamera aufgelistet. Mit einem Rechtsklick auf „Use“ wird die Kamera mit dem PC verbunden. Soll immer die Kamera verwendet werden, empfiehlt sich ein Klick auf „Auto-Use Device“.

Tethered Shooting oder Fernsteuerung der Kamera

Lightroom tethering starten
Lightroom tethering starten

Jetzt Lightroom öffnen und mit Datei -> Tether-Aufnahme eine neue Aufnahme Session starten. Der Name der Kamera taucht wie gewohnt in der Bedienungszeile von Lightroom auf.

Lightroom Steuerung
Lightroom Steuerung

Zum Fernsteuern der Kamera kann auch die Nikon (Camera Control Pro 2) oder Canon (EOS Utility) Software zum Einsatz kommen. Oder eine Profi Software wie NKRemote oder DSLR Remote Pro von Breeze Systems.

Geschwindigkeit des USB-Senders

Bei direkter Verbindung über USB Kabel dauert die Übertragung eines Nikon D300 RAW Fotos (ca. 11 MB) vom Auslösen bis zum Erscheinen in Lightroom ca. 4 Sekunden .

Bei der Verbindung über den USB Sender dauert es mit ca. 8 Sekunden etwa doppelt so lange.

Den Vergleich mit einer WLAN Speicherkarte gewinnt der USB Sender dagegen deutlich, wie ein Blick in die folgende Tabelle zeigt.

 USB-KabelUSB-SenderEye-Fi Pro X2
D300 - RAW
(ca. 11 MB)
4 sec8 sec23 - 30 sec
D300 - JPG Basic S
(ca. 0,5 MB)
2 sec3 sec4 - 6 sec

Persönliches Fazit

Raspberry Pi auf Nikon D300
Raspberry Pi auf Nikon D300

Programme um die Kamera vom Computer zu steuern gibt es viele und dazu in sehr guter Qualität. Bisher störte mich das USB Kabel beim fotografieren abseits des Stativs. Mit dem mobilen USB-Server wird man das lästige Kabel los, ohne auf bekannte Funktionen zu verzichten.

Ausblick

Ich plane noch ein paar Optimierungen am mobilen USB Sender. Vor allem kürzere Kabel, ein einfacher Ein- Ausschalter und ein anderer Akku stehen auf der To-Do Liste.

Du möchtest den Raspberry Pi nicht selbst zusammen bauen und Software installieren und konfigurieren?

[Update April 2014]

Kurze Kabel am zweiten Prototyp
Kurze Kabel am zweiten Prototyp

Mit der kompakten EasyAcc Stromversorgung und dem kurzen USB-Kabel mit Winkelstecker wird der USB Sender schon deutlich kompakter und handlicher.

Bei Interesse an einem fertig aufgebauten, mobilen USB Sender schicke mir eine E-Mail an: info@geotagging-blog.de

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Kommentare
Rudi
Antworten

Hi,
klasse! Die Idee das mit meinem Raspberry zu machen hatte ich auch, aber keinerlei Idee, wo ich anfangen sollte! Jetzt werde ich das mal gelich ausprobieren. Das ganze müsste doch auch mit einem gehackten Router (TP-Link TL-MR3040) gehen. Der hat schonen einen Akku drin, bzw. mit dem Mini Rasp…

Nochmal großes Lob!

Danke RUDI

Matthias Schwindt
Antworten

Danke für den Hinweis. Die neuen Skripte sind jetzt in meinen Artikel eingearbeitet. Jetzt sollte es wieder funktionieren.

Tim Meier
Antworten

Funktioniert mit dem Rasberry Pi 2 genauso gut. Wird gleich beim nächsten Shooting eingesetzt 🙂

Danke für die Anleitung 🙂

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