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EyeFi mobi PRO WLAN SD Karte im Praxistest

Die WLAN SD Karten von Eye-Fi können jetzt auch mit RAW Fotos umgehen. Auch ein Login ins heimische WLAN wird mit der Pro Version möglich. Ein Review der mobilPro von Eye-Fi.

Der Erfinder der WLAN SD Karten, Eye-Fi, hat vor kurzem die Pro Version seiner mobi Karte vorgestellt. Ich habe hier berichtet. Unmittelbar danach waren die Karten bereits im Handel. Jetzt ist auch ein Exemplar bei mir zum Test angekommen.

eyefi mobi PRO Lieferumfang
eyefi mobi PRO Lieferumfang

Im ausführlichen Test muss die eyefi mobi PRO Karte zeigen, was sie kann und ich werfe auch einen Blick auf die Unterschiede zur bisherigen EyeFi mobi.

Funktionsumfang mobi Pro

Die mobi Pro in klassischem schwarz
Die mobi Pro in klassischem schwarz

Erst mal ist die schwarze mobi Pro eine Eye-Fi Karte, genau wie die bekannte orange Version. Das bedeutet Unterstützung in vielen Kameras durch Eye-Fi connect. Den Nutzen dieser Zertifizierung habe ich in einem getrennten Artikel bereits genauer betrachtet.

Zusätzlich gibt es die Desktop Software für Windows und Mac. Damit lassen sich Bilder auf den PC übertragen und weitere Funktionen freischalten bzw. einrichten.

Drei Unterschiede zur eyefi mobi

Die wesentlichen Unterschiede zur bisherigen mobi Karte von Eye-Fi sind:

  1. RAW Fotos übertragen
    Endlich kann auch Eye-Fi Fotos im Rohdaten-Format übertragen.
  2. Einbindung in WLAN-Infrastruktur
    Jetzt kann sich die Eye-Fi Karte in bestehende Infrastruktur einbuchen. Bei mir im Büro baut die FritzBox so ein Wi-Fi Netzwerk auf.
  3. Eye-Fi Cloud kostenlos
    Bei der Pro Version ist ein Jahr kostenlose EyeFi Cloud Nutzung ohne Begrenzung der Fotos inklusive.
    EyeFi Cloud? Kurz gesagt: ein online Speicher für die Fotos von der Eye-Fi mobi Karte. Vergleichbar mit Dropbox und Co.
    In diesem Hardware Test geht es aber nur am Rande um das Thema Cloud. Vielleicht gibt es später einen detaillierteren Artikel.

EyeFi Desktop Software

Nicht nur zum übertragen der Fotos an den Computer wird die Desktop Software benötigt. Auch zur Einrichtung der Pro Funktionen ist ein Computer erforderlich.

Die Einstellungen sind überschaubar. RAW Transfer und selektive Übertragung aktivieren. Dazu noch Infrastruktur Netzwerke einrichten. Das war’s.

Setup der eyefi auf dem Desktop
Setup der eyefi auf dem Desktop

EyeFi und die WLAN Infrastruktur

Ein ganz wichtiges Feature, wie ich finde. Häufig unterschätzt oder vergessen. Zu Hause oder im Studio ist eine Direktverbindung zwischen Kamera und Smartphone nicht die beste Wahl. Das Smartgerät wird damit nämlich vom WLAN-Internet abgeschnitten.

Auch die Übertragung auf Desktop Rechnern ohne eigenes WLAN ist mit Direktverbindung schwierig 😉

eyefi in FritzBox eingebucht
eyefi in FritzBox eingebucht

Zur Einrichtung muss die Karte mit dem beiliegenden Kartenleser am Computer angeschlossen werden. Das Netzwerk in der Desktop Software auswählen und Passwort eintragen. Sobald die Karte jetzt in der Kamera steckt, wird die Verbindung zum WLAN Router hergestellt. Ob die Verbindung steht, sieht man im Router Setup, hier in meiner FritzBox.

Bei mir klappt danach leider weder die Verbindung zur Desktop Software noch zur mobilen App. Die Antwort vom Support: „Es muss ein eyfi cloud Konto eingerichtet sein, sonst funktioniert der Infrastruktur Modus nicht“.

Eigentlich möchte ich das aber nicht – aus Gründen der Privatsphäre. Egal, ich richte ein Konto ein und … es klappt immer noch nicht. Nach langem rumprobieren gebe ich schließlich auf. Der Infrastrukturmodus funktioniert bei mir nicht.

Bei Martin im Blog klingt das alles so einfach. Entweder er hatte Glück bei der Einrichtung oder auf dem Mac funktioniert das anders als auf meinem Windows 7 PC.

Von zahlreichen Mails meiner Blog Leser weiß ich jedenfalls, dass es bei Eye-Fi entweder sofort klappt oder es richtig knifflig wir das Teil zum laufen zu bringen – oder unmöglich.

Interessenten am Infrastruktur Modus sollten auch das wissen: nach Ablauf des ersten Jahres müsst ihr mit laufenden Kosten für den Eye-Fi Cloud Account rechnen.

Übertragungsgeschwindigkeit der mobi Pro

Schreib- und Lesegeschwindigkeit eyefi mobi PRO
Schreib- und Lesegeschwindigkeit eyefi mobi PRO

Neben all den tollen Funktionen ist die Geschwindigkeit der Übertragung für uns Fotografen doch das Wichtigste.

Die Speicherkarte selbst ist eine Class-10 SD-Karte. Im mitgelieferten Kartenleser erreicht die Karte eine Lesegeschwindigkeit von etwas über 20 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von gut 19 MB/s.

Die Übertragungszeiten zu mobilen Apps habe ich mit der Nikon D750 gemessen. Ein iPhone 5 mit der ShutterSnitch App beziehungsweise der eyefi App für iOS und ein Samsung Tablet mit der eyefi App für Android.

Nikon D750 mit mobi PRO
Nikon D750 mit mobi PRO

Auf dem iPhone dauerte es 7 Sekunden vom Kamera auslösen bis ein JPG in der Basic Auflösung angezeigt wurde. Mit der eyeFi App ging es noch einen Tick schneller. 6 Sekunden zwischen Auslösen und Anzeigen. Das RAW wurde zwar übertragen aber von ShutterSnitch nicht angezeigt. In der eyeFi App dauerte es 20 Sekunden bis das RAW Bild der D750 angezeigt wurde.

Unter Android war die Sache richtig frustrierend. Mal dauerte es nur 10 Sekunden bis das Basic JPG Bild angezeigt wurde. Es konnten aber auch mal über 1 Miunte 20 Sekunden vergehen. Keine Ahnung was hier so eine Streuung verursacht. MoPhotos (Praxistest) als Alternative zur eyefi App wurde ja leider eingestellt.

Alle Messwerte findest du auch übersichtlich in Tabellenform aufbereitet im WLAN SD Karten Vergleich.

EyeFi mobi Pro in der Praxis

Einrichten und verbinden klappt unter iOS super. Dank dem WLAN Zertifikat für iOS steht die sichere Verbindung ganz leicht.
Schritt für Schritt zeigt das die Bilderstrecke:

iPhone für eyefi mobi PRO einrichten
iPhone für eyefi mobi PRO einrichten

Was mich wieder stört ist die instabile Verbindung:
Geht die Kamera in den Ruhemodus, bricht die WLAN Verbindung zusammen. Ist das Heimnetzwerk in Reichweite, verbindet sich das Smartphone damit und bleibt dort, auch wenn die Karte wieder anfängt zu funken. Das heißt immer per Hand in die Einstellungen und wieder die Eye-Fi Karte suchen und verbinden.

Eye-Fi mobiPro und ShutterSnitch

Meine bevorzugte App, wenn es um Bild Vorschau auf dem iPad geht ist ShutterSnitch. -> Zum Testbericht

ShutterSnitch
ShutterSnitch
Entwickler: 2ndNature
Preis: 18,99 €+

Wie arbeitet die neue EyeFi mobiPro mit ShutterSnitch zusammen?
Um die Eye-Fi Karte mit dem iPad zu koppeln, muss die Original Eye-Fi Mobi App installiert sein. Sonst fehlt das WLAN Zertifikat, ohne das keine Verbindung aufgebaut werden kann. Anschließend klappt die Zusammenarbeit mit ShutterSnitch perfekt. RAW Fotos werden zwar übertragen aber nicht angezeigt. Für mich weniger ein Problem. Denn der Nutzen von RAW Fotos auf dem iPad erschließt sich mir nicht. Ich rate zu kleinen JPGs für die Vorschau auf dem iPad.

Übrigens habe ich auch mit ShutterSnitch den Infrastrukturmodus nicht zum laufen bekommen.

Bilder an den Computer schicken

mobi PRO und der mitgelieferte Kartenleser
mobi PRO und der mitgelieferte Kartenleser

Ein großer Vorteil der Eye-Fi Karten ist die Möglichkeit, Fotos auch an den Computer zu schicken. Möglich macht das eine Desktop Software für Windows und Mac. Leider klappt das nicht immer so wie versprochen.

Sind Karte und PC direkt verbunden ist das OK.

Einfach den Computer im Heimnetzwerk belassen und die eyefi Karte in den Router einwählen lassen. Klingt gut, funktioniert aber wie bereits oben ausführlich beschrieben bei mir nicht.

Persönliches Fazit

Durchwachsenes Fazit
Durchwachsenes Fazit

Eye-Fi hat einem ganzen Markt seinen Namen aufgedrückt. Wer eyefi sagt meint damit eine SD Karte mit eingebautem WLAN. Aber ist der Platzhirsch auch wirklich die beste Wahl?

Nach einem Monat Eye-Fi Mobi Pro Praxistest ziehe ich ein recht durchwachsenes Fazit. Die Stärke von eyefi, die leichte Einrichtung unter iOS, ist geblieben. Auch sonst ist eyeFi und iOS ein super Team.

Leider bleiben aber auch die alten Eye-Fi Schwachstellen erhalten: Zickiger Download auf Computer und die instabile WLAN Verbindung. Android Nutzern würde ich die EyeFi mobiPRO nicht empfehlen. Für Apple Nutzer ist die eyeFi dagegen eine gute Karte. Extrem kritisch sehe ich die Pflicht, den Cloud Dienst zu nutzen, um eine Infrastrukturverbindung aufzubauen.

Das gefällt mir gut:
  • einfache Einrichtung
  • Desktop Software
Das gefällt mir nicht so gut:
  • Router Verbindung nur mit Cloud Abo
  • instabile Wi-Fi Verbindung
  • Starke Schwankungen der Übertragungszeit bei Android

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Kommentare
Tom59
Antworten

Hallo Matthias,

unterstützt die iOS-App von Eyefi nun mittlerweile auch Geotagging?

Viele Grüße
Tom

Sascha
Antworten

Der Infrastrukturmodus funktioniert mit dem iPad und ShutterSnitch, allerdings ist die Einrichtung etwas fumelig. Hier gibt es eine Anleitung dazu:

[LINK OHNE FUNKTION]

Die E-Mail habe ich von meinem Win10 PC an meinen eigenen Mail-Account geschickt und dann auf dem iPad via Web-Mailer geöffnet. Anschließend muss man in ShutterSnitch noch Eye-Fi in den Settings deaktivieren, die App neu starten und dann wieder aktivieren. Anschließend hat es bei mir auch über Infrastructure geklappt.

Gruß
Sascha

P.S. Die Eye-Fi Mobi Pro ist eine geile Karte, aber die Software die mitgeliefert wird ist einfach grottig (mal ganz abgesehen, vom Zwang zur eigenen Eye-Fi-Cloud).

Matthias Schwindt
Antworten

Hallo und vielen Dank für deine Info. Leider funktioniert der Link nicht.

Fabian
Antworten

Kann man mit einer Eye Fi Karte auch die Kamera (Canon) zum Auslösen bringen z.B. über das iPhone oder iPad?

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